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RNA-Virus

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Synonym: RNS-Virus
Englisch: RNA virus

Inhaltsverzeichnis

1. Definition [bearbeiten]

Als RNA-Viren bezeichnet man eine heterogene Gruppe von Viren, die als gemeinsames Strukturelement ein RNA-Genom aufweisen.

2. Genom [bearbeiten]

Das aus Ribonukleinsäure bestehende Genom der RNA-Viren kann kettenförmig oder segmentiert vorliegen; es sind drei verschiedene Formen von RNA-Genomen in solchen Viren beschrieben:

  • Doppelsträngigiges RNA-Genom: Ein aus einer doppelsträngigen RNA-Kette bestehendes Genom ist bisher nur bei Reoviren bekannt.
  • Minusstrang-RNA-Genom: Die im Gegensinn der Translation vorliegende RNA-Kette muss vor der Proteinsynthese in plussträngige mRNA umgeschrieben werden.
  • Plusstrang-RNA-Genom: Bei den meisten Viren mit einem solchen Genom kann die Nukleinsäure gleichzeitig als Speicher und als Matrize der Translation benutzt werden.

3. Replikation [bearbeiten]

RNA-Viren verwenden verschiedene Mechanismen der Replikation ihres Erbgutes:

  • RNA-Replikation: Dieser Mechanismus wird vor allem von Viren mit Plusstrang-Genom benutzt. Dabei wird das Enzym Replicase verwendet, um einen Gegensinn-RNA-Strang zu synthetisieren, der in einem zweiten Schritt wieder in Plusstrang-Nukleinsäure transkribiert wird.
  • Reverse Transkription: Das im Zytosol der Wirtszelle vorliegende RNA-Genom wird durch das Enzym Reverse Transkriptase in DNA transkribiert und gegebenenfalls in das Erbgut der Wirtszelle integriert. Danach kann durch die Enzyme dieser Zelle das Provirus wieder in Ribunukleinsäureketten transkribiert und an Tochtergenerationen weitergegeben werden.

4. Pathologie [bearbeiten]

Menschliche Zellen, die von RNA-Viren als Wirtszellen benutzt werden, besitzen keinen Mechanismus der Reparatur von Ribonukleinsäure. Auf diese Weise liegt die Mutationsrate durch Synthesefehler im Vergleich zur DNA-Replikation höher.
Im Verlauf der "Vermehrung" von Viren wird etwa jede zehntausendste Base verändert, so dass konstant neue Virusmutanten entstehen.
Dies ermöglicht einigen Viren, durch die Expression ständig veränderter Proteine an ihrer Oberfläche dem menschlichen Immunsystem zu entgehen.

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