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Larynx

Synonym: Kehlkopf
Englisch: larynx, voice box

1. Definition

Der Larynx ist ein aus Knorpelteilen, Muskeln und Faserzügen aufgebauter Verschlussapparat, der die Luftröhre (Trachea) von der Speiseröhre (Ösophagus) trennt.

2. Anatomie

2.1. Topografie

Der Larynx lässt sich in drei Stockwerke einteilen:

  • Die Supraglottis, auch Vestibulum laryngis genannt, ist das oberste Stockwerk. Sie reicht vom Kehlkopfeingang (Aditus laryngis) bis zum Spalt zwischen den Taschenfalten (Plicae vestibulares).
  • Die Glottis oder Cavitas laryngis intermedia bildet das mittlere Stockwerk. Sie reicht von der Vorhofritze (Rima vestibuli) bis zur eigentlichen Stimmritze (Rima glottidis).
  • Die Subglottis oder Cavitas infraglottica ist das untere Stockwerk. Sie bildet den Raum kaudal der Stimmritze und geht am inferioren Rand des Ringknorpels in die Luftröhre (Trachea) über.

2.2. Knorpelgerüst

Die Form des Larynx wird durch ein Knorpelgerüst vorgegeben, das sich aus 4 Elementen zusammensetzt:

Dieses Knorpelgerüst ist kranial am Os hyoideum (Zungenbein) aufgehängt. Zusätzlich gibt es noch 3 kleine, paarige Knorpel, die jedoch nicht an der Formgebung des Larynx beteiligt sind:

2.3. Kehlkopfgelenke

Die Knorpelemente des Larynx artikulieren durch zwei Gelenke miteinander:

2.3.1. Articulatio cricothyroidea

Bei der Articulatio cricothyroidea handelt es sich um ein Scharniergelenk, das der Regulation von Länge und Spannung der Stimmbänder dient. Es weist folgende Gelenkflächen auf:

  • Cornu inferius der Cartilago thyroidea
  • Hintere Seitenfläche der Cartilago cricoidea

2.3.2. Articulatio cricoarytaenoidea

Die Articulatio cricoarytaenoidea ist ein Dreh-Gleit-Scharniergelenk, das die Stimmritzenweite beeinflusst und einen wichtigen Beitrag zur Stimmbildung leistet. Seine Gelenkflächen sind:

  • Gelenkpfanne der Cartilago arytaenoidea
  • hervortretende Facies articularis der Cartilago cricoidea

2.4. Kehlkopfmuskulatur

Zwischen den Knorpeln spannen sich Muskelzüge aus, welche die Spannung der Stimmbänder bzw. die Öffnung der Stimmritze beeinflussen. Zur Kehlkopfmuskulatur zählen unter anderem:

2.5. Kehlkopfbänder

Der Bandapparat des Kehlkopfs liegt unterhalb der Schleimhaut in der Submukosa. Er besteht aus Kollagenfasern und elastischen Fasern, welche die verschiedenen Knorpelelemente miteinander verbinden. Man kann äußere von inneren Kehlkopfbändern unterscheiden.

2.5.1. Äußere Kehlkopfbänder

Zu den vier äußeren Kehlkopfbändern zählen:

2.5.2. Innere Kehlkopfbänder

Die inneren Kehlkopfbänder werden in ihrer Gesamtheit als Membrana fibroelastica laryngis bezeichnet. Dazu zählen:

2.6. Gefäßversorgung

Der Kehlkopf wird vor allem durch zwei Arterien mit Blut versorgt:

2.7. Innervation

Der Kehlkopf wird motorisch und sensibel über Äste des Nervus vagus, genauer gesagt über den Nervus laryngeus superior und den Nervus laryngeus recurrens, innerviert.

Der Nervus laryngeus superior innerviert nur den äußeren Kehlkopfmuskel (Musculus cricothyroideus), der Nervus laryngeus recurrens alle inneren Kehlkopfmuskeln. Bei der sensiblen Versorgung dient die Stimmritze als Grenzlinie: oberhalb der Stimmritze innerviert der Nervus laryngeus superior, unterhalb der Nervus laryngeus inferior.

3. Embryologie

Das Epithel der Kehlkopfschleimhaut ist endodermalen Ursprungs und geht aus der Laryngotrachealrinne hervor. Der Kehlkopfknorpel entwickelt sich aus den mesenchymalen Knorpelanlagen des 4. und 6. Kiemenbogens. Die Myoblasten für die Kehlkopfmuskulatur stammen ebenfalls aus diesen Kiemenbögen.

4. Physiologie

Der Larynx erfüllt eine Reihe von sehr unterschiedlichen Aufgaben:

Während des Schluckakts werden die Stimmritze und der Kehldeckel (Epiglottis) verschlossen. Dadurch wird verhindert, dass Speisebrei aus der Mundhöhle bzw. dem Rachenraum in die unteren Atemwege gelangt.

4.1. Besonderheiten bei Säuglingen

Beim Säugling liegt ein physiologischer Larynx-Hochstand vor. Dadurch können Säuglinge zwar gleichzeitig atmen und saugen, jedoch nicht gleichzeitig atmen und schlucken.[1] Folgerichtig können auch bei Säuglingen Aspirationspneumonien beobachtet werden.

Beim Saugen kommt es u.a. zur Kontraktur des Musculus palatoglossus, sodass sich das Gaumensegel herabsenkt. Dadurch ist eine parallele nasale Atmung möglich. Die Milch, die beim Saugvorgang in den Mund gelangt, wird dort vorübergehend gesammelt. In geringem Umfang könnten auch die Vallecula epiglottica eine Rolle als Zwischenspeicher spielen. Wird die Milch schließlich abgeschluckt, kommt es zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Atmung.[2]

5. Klinik

5.1. Erkrankungen des Larynx

Die pathologischen Veränderungen im Bereich des Larynx sind die Domäne der HNO-Heilkunde. Zu den wichtigsten Krankheitsbildern zählen unter anderem:

5.2. Diagnostik

Die Methode der Wahl zur Untersuchung des Kehlkopfs ist die Laryngoskopie. Sie kann im Bedarfsfall durch bildgebende Verfahren (z.B. MRT) ergänzt werden.

5.3. Behandlungsmethoden

6. Podcast

FlexTalk - Der Kehlkopf
FlexTalk - Der Kehlkopf

7. Quellen

  1. Vilensky JA, Henton P, Suárez-Quian CA. Infants can breathe and swallow at the same time? Clin Anat. 2022 Mar;35(2):174-177. doi: 10.1002/ca.23799. Epub 2021 Oct 18. PMID: 34636089.
  2. Koenig JS, Davies AM, Thach BT. Coordination of breathing, sucking, and swallowing during bottle feedings in human infants. J Appl Physiol (1985). 1990 Nov;69(5):1623-9. doi: 10.1152/jappl.1990.69.5.1623. PMID: 2272953.

8. Literatur

  • Anderhuber et al., Waldeyer - Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band (19. aktualisierte Auflage), De Gruyter, 2012

9. Bildquellen

  • Bildquelle Podcast: © Radovan Zierik / Pexels
  • 3D-Modell: Dr. Claudia Krebs (Faculty Lead) University of British Columbia

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