Stratum neuroepitheliale retinae
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LoslegenSynonym: Photorezeptorenschicht
Englisch: neuroepithelial layer of the retina
Definition
Das Stratum neuroepitheliale retinae ist ein Teil der Netzhaut des Auges (Retina) und bildet die äußerste Schicht des Stratum nervosum. Es enthält die lichtempfindlichen Fortsätze der Photorezeptoren, d.h. der Stäbchen und Zapfen der Netzhaut.
Terminologie
Der Begriff "Stratum neuroepitheliale retinae" wird in der anatomischen Literatur uneinheitlich verwendet. Im engeren Sinn umfasst diese Schicht nur die apikalen Zellfortsätze der Photorezeptoren. In anderen Gliederungen enthält das Stratum neuroepitheliale retinae auch die Zellkörper der Photorezeptoren und damit auch das Stratum limitans externum und das Stratum nucleare externum. Die Schicht mit den Fortsätzen der Stäbchen und Zapfen wird in diesem Modell als Stratum segmentorum externorum et internorum retinae bezeichnet. Der folgende Abschnitt Histologie bezieht sich auf die engere Definition.
Histologie
Das Stratum neuroepitheliale retinae enthält die zum retinalen Pigmentepithel hin ausgesendeten apikalen Zellfortsätze der Photorezeptoren. Man unterscheidet ein Innensegment und ein Außensegment. Im Außensegment befinden sich zahlreiche membranöse Disks, welche die Sehpigmente (Rhodopsin bzw. Photopsine) enthalten. Es ist über ein Zilium mit dem Innensegment verbunden.
Außen wird das Stratum neuroepitheliale vom retinalen Pigmentepithel begrenzt. Nach innen schließen sich folgende Schichten an:
- Das Stratum limitans externum ist eine dünne Grenzmembran, die im Wesentlichen aus Zellverbindungen (Adherens junctions) besteht, die zwischen den Rezeptorzellen und den Zellfortsätzen der Müller-Zellen ausgebildet sind.
- Das Stratum nucleare externum retinae enthält die Zellkerne und Perikaryen der Stäbchen und Zapfen. Es wird auch als äußere Körnerschicht bezeichnet.
Die zum Glaskörper gerichteten Axone ("Innenfasern") der Photorezeptoren leiten die Erregung an die Bipolarzellen der inneren Körnerschicht (Stratum nucleare internum retinae) weiter.
Funktion
Im Außensegment der Photorezeptoren findet die Phototransduktion statt. Durch die Absorption von Licht werden photochemische Prozesse ausgelöst, die zu einer Änderung des Membranpotentials der Rezeptorzellen und zur Weiterleitung elektrischer Informationen an die nachgeschalteten Bipolarzellen führen.
Klinik
Degenerative oder hereditäre Erkrankungen der Photorezeptoren, wie die Retinitis pigmentosa, betreffen primär die im Stratum neuroepitheliale gelegenen Außensegmente. Sie führen zu einer fortschreitenden Einschränkung des Sehvermögens.
Die Integrität der Photorezeptorsegmente kann mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) beurteilt werden.