Standardisierte Mortalitätsrate
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Englisch: Standardized Mortality Ratio
Definition
Die standardisierte Mortalitätsrate (SMR) ist eine epidemiologische Kennzahl, die das Verhältnis der in einer untersuchten Bevölkerung tatsächlich beobachteten Todesfälle zu der Zahl der Todesfälle angibt, die unter Annahme der Sterberaten einer Standardpopulation zu erwarten gewesen wären.
Berechnung
Die SMR wird als Quotient aus beobachteten und erwarteten Todesfällen gebildet. Ein Wert von 1,0 (bzw. 100 %) bedeutet, dass die Sterblichkeit in der untersuchten Gruppe der erwarteten entspricht. Werte über 1,0 weisen auf eine erhöhte, Werte unter 1,0 auf eine verminderte Sterblichkeit hin. Die Berechnung erfolgt meist altersstandardisiert, häufig zusätzlich nach Geschlecht stratifiziert.
Anwendung
Die SMR wird vor allem in der Epidemiologie und Versorgungsforschung eingesetzt, etwa zum Vergleich der Sterblichkeit zwischen Berufsgruppen, Patientenkohorten oder geographischen Regionen sowie zur Bewertung der Langzeitprognose chronischer Erkrankungen. In der Arbeitsmedizin dient sie der Untersuchung möglicher gesundheitlicher Risiken bestimmter Tätigkeiten.
Bedeutung
Durch die Standardisierung lassen sich Verzerrungen ausgleichen, die durch unterschiedliche Altersverteilungen der verglichenen Populationen entstehen würden. Damit ermöglicht die SMR einen fairen Vergleich der Sterblichkeit, der allein aus rohen Sterberaten nicht möglich wäre.
Grenzen
Die Aussagekraft der SMR hängt von der Wahl der Standardpopulation, der Vollständigkeit der Datenerhebung und der Größe der untersuchten Gruppe ab. Bei kleinen Fallzahlen können zufällige Schwankungen die Interpretation erschweren. Der direkte Vergleich von SMR-Werten verschiedener Studien kann problematisch sein, wenn unterschiedliche Referenzpopulationen verwendet wurden.