Schichtselektion
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Synonyme: Schichtwahl
Englisch: slice selection
Definition
Die Schichtselektion ist in der Magnetresonanztomographie (MRT) ein Verfahren zur gezielten Anregung einer definierten räumlichen Schicht. Sie erfolgt durch Kombination eines Hochfrequenzpulses mit einem Magnetfeldgradienten und ist ein grundlegender Bestandteil der Ortskodierung. Nur Spins innerhalb der ausgewählten Schicht tragen zur Signalentstehung und damit zum Bild bei.
Physikalische Grundlagen
Die Schichtselektion beruht auf der Abhängigkeit der Larmorfrequenz von der lokalen Magnetfeldstärke. Wird während eines Hochfrequenzpulses ein Gradient (meist entlang der z-Achse) angelegt, variiert die Larmorfrequenz entlang dieser Richtung:
Dadurch besitzen Spins an unterschiedlichen Positionen unterschiedliche Resonanzfrequenzen. Ein Hochfrequenzpuls besitzt eine definierte Frequenzbandbreite. Er regt nur diejenigen Spins an, deren Larmorfrequenz innerhalb dieses Frequenzbereichs liegt. Da die Frequenz ortsabhängig ist, entspricht dieser Frequenzbereich einer bestimmten räumlichen Position. Dadurch wird eine definierte Schicht selektiv angeregt.
Schichtdicke
Die Dicke der selektierten Schicht ergibt sich aus der Bandbreite des Hochfrequenzpulses und der Stärke des Gradienten:
mit:
- = Schichtdicke
- = Frequenzbandbreite des Hochfrequenzpulses
- = gyromagnetisches Verhältnis
- = Gradient in Schichtrichtung
Anschaulich bedeutet dies: großer Gradient → starke Frequenzänderung pro Strecke → dünne Schicht große Bandbreite → breiter Frequenzbereich → dicke Schicht
Einflussfaktoren
Die Schichtselektion wird durch mehrere Parameter bestimmt:
- Gradientstärke: stärkerer Gradient → dünnere Schicht
- HF-Bandbreite: größere Bandbreite → dickere Schicht
- Form des Hochfrequenzpulses (z.B. Sinc-Puls): bestimmt die Genauigkeit der Schichtabgrenzung
Schichtprofil
Die ideale Schicht hätte eine scharf begrenzte, rechteckige Form. In der Praxis ergibt sich jedoch ein kontinuierlicher Übergang zwischen angeregten und nicht angeregten Spins. Dieses sogenannte Schichtprofil wird durch die Form des Hochfrequenzpulses bestimmt. Ein ungenaues Schichtprofil kann dazu führen, dass auch Spins außerhalb der gewünschten Schicht teilweise angeregt werden (Übersprechen).
Rephasing (Slice Refocusing)
Während der Schichtselektion führt der angelegte Gradient zu einer Phasenstreuung innerhalb der Schicht, da Spins an unterschiedlichen Positionen leicht unterschiedliche Frequenzen besitzen. Ein nachgeschalteter Gegen-Gradient (Rephasing-Lobe) kompensiert diese Phasenverschiebung und stellt die Phasenkohärenz wieder her. Dies ist notwendig, damit ein maximales MR-Signal erzeugt werden kann.