Speckle-Artefakt
Synonym: Rauschartefakt
Englisch: speckle artifact
Definition
Das Speckle-Artefakt ist ein Ultraschallartefakt, das durch Interferenz und Streuung von Ultraschallwellen an kleinen, unterhalb der Auflösungsgrenze liegenden Gewebestrukturen entsteht.
Entstehung
Das Speckle-Artefakt entsteht durch die Rückstreuung von Ultraschallwellen an zahlreichen kleinen Streuobjekten innerhalb eines Gewebes. Die von diesen Mikrostrukturen reflektierten Schallwellen überlagern sich konstruktiv und destruktiv, wodurch zufällige Intensitätsunterschiede im Echo entstehen. Diese Interferenzmuster werden vom Ultraschallgerät als Textur interpretiert, obwohl sie keine tatsächliche Gewebestruktur abbilden.
Bildbefund
Im Ultraschallbild zeigt sich das Speckle-Artefakt als fein- bis grobkörnige, gesprenkelte Echotextur, die das gesamte untersuchte Gewebe betreffen kann. Dadurch können Kontrastunterschiede zwischen Weichteilen vermindert und feine anatomische Details überdeckt werden. Besonders in homogenem Gewebe kann das Artefakt die Abgrenzung pathologischer Veränderungen erschweren.
Vermeidung
Moderne Ultraschallgeräte verfügen über verschiedene Verfahren zur Speckle-Reduktion (sog. "Despeckling"), darunter räumliche Mittelung, frequenzbasierte Filter und Bildnachverarbeitung. Diese Techniken verbessern die Bildhomogenität, können jedoch bei übermäßiger Anwendung auch zu einem Verlust feiner Details führen.
Literatur
- Czarniecki et al., Speckle artifact. Reference article, Radiopaedia.org, abgerufen am 20.01.2026
- Michailovich und Tannenbaum, Despeckling of Medical Ultrasound Images., IEEE Trans Ultrason Ferroelectr Freq Control, 2006