Röhrenüberschlag
Englisch: tube arcing
Definition
Der Röhrenüberschlag bezeichnet eine ungewollte Lichtbogenbildung innerhalb einer Röntgenröhre, meist als Kurzschluss zwischen Kathode und Röhrengehäuse auf und führt zu einer kurzzeitigen Störung der Elektronenbeschleunigung.. Dabei kommt es zu einem vorübergehenden Ausfall der Röntgenstrahlung sowie zu lokal begrenzten Bildartefakten.
Entstehung
Ein Röhrenüberschlag entsteht durch elektrische Entladungen innerhalb der Röntgenröhre. Als begünstigende Faktoren gelten Oberflächenüberschläge an Isolatoren, Isolatordurchschläge sowie Vakuumüberschläge. Letztere sind häufig mit der Ionisation von Restgasen oder Partikelverunreinigungen innerhalb der Röhre assoziiert. Neue Röntgenröhren oder Röhren nach längerer Standzeit sind besonders anfällig, da residuale Gase noch nicht vollständig entfernt oder gebunden sind. Aus diesem Grund werden neue Röhren häufig durch definierte Warmlauf- oder Einbrennprozeduren konditioniert.
Klinische Relevanz
Ein Röhrenüberschlag führt typischerweise zu einem kurzzeitigem Signalverlust, lokalen Artefakten im Bild oder auch gelegentlich zum automatischen Abbruch der Aufnahme. Ein geringes Maß an Röhrenüberschlägen gilt als technisch erklärbar und stellt in der Regel keinen unmittelbaren Defekt der Röntgenröhre dar.
Moderne CT- und Röntgensysteme verfügen über automatische Schutzmechanismen sowie Korrektur- und Rekonstruktionsalgorithmen, mit denen die durch Röhrenüberschläge verursachten Artefakte häufig reduziert werden können. Wiederholtes oder gehäuftes Auftreten kann jedoch ein Hinweis auf Alterung oder Verschleiß der Röhre sein.
Literatur
- Gaillard F, Murphy A, Glick Y, et al. Tube arcing. Reference article, Radiopaedia.org, https://doi.org/10.53347/rID-2220, zuletzt besucht 27.01.2026.