Nagoya Protokoll
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Synonym: Nagoya-Protokoll über Access and Benefit-Sharing, ABS-Protokoll
Englisch: Nagoya Protocol
Definition
Das Nagoya-Protokoll ist ein völkerrechtlich verbindliches Zusatzabkommen zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD), das den Zugang zu genetischen Ressourcen und die faire Verteilung der daraus entstehenden Vorteile regelt (Access and Benefit-Sharing, ABS). Es wurde am 29. Oktober 2010 im japanischen Nagoya angenommen und trat am 12. Oktober 2014 in Kraft.
Hintergrund
Das Protokoll setzt eines der drei Ziele des CBD um: die faire und gerechte Aufteilung der Vorteile, die aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen, und trägt damit zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Biodiversität bei. Grundlage ist das Prinzip der staatlichen Souveränität über die eigenen biologischen Ressourcen.
Funktionsweise
Das Protokoll verfolgt einen bilateralen Ansatz: Die Bedingungen für den Zugang und die Vorteilsverteilung werden zwischen dem bereitstellenden Land und dem Nutzer einvernehmlich vereinbart (mutually agreed terms). Es regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sowie zu damit verbundenem traditionellem Wissen indigener und lokaler Gemeinschaften.
Bedeutung
Mit Stand August 2025 wurde das Protokoll von 142 Vertragsparteien ratifiziert, darunter 141 UN-Mitgliedstaaten und die Europäische Union. Zu den wichtigsten Nicht-Vertragsparteien zählen die USA, Kanada und Russland.
In der Medizin ist das Nagoya-Protokoll u. a. für den Austausch von Krankheitserregern relevant. Geplante spezialisierte Systeme wie Pathogen Access and Benefit-Sharing (PABS) knüpfen an seine Grundprinzipien an, sollen den bilateralen Ansatz aber durch ein multilaterales Modell ablösen.