Millard-Gubler-Syndrom
nach den französischen Ärzten Auguste Louis Jules Millard (1830-1915) und Adolphe Marie Gubler (1821-1879)
Synonyme: Syndrom des kaudalen Brückenfußes, Abduzens-Fazialis-Syndrom
Englisch: Millard-Gubler syndrome, Gubler paralysis, abducens-facial syndrome
Definition
Das Millard-Gubler-Syndrom ist ein bei Schädigungen des Hirnstammes auftretendes Alternans-Syndrom.
- ICD10-Code: G46.3*
Pathogenese
Ursächlich ist eine Läsion im ventralen, kaudalen Tegmentum pontis und der angrenzenden Basis pontis.[1] Hierdurch kommt es einerseits zur Schädigung des Nucleus nervi facialis oder der aus diesem austretenden, intrapontinen Fasern, andererseits zur Schädigung der noch nicht zur Gegenseite gekreuzten Fasern der Pyramidenbahn. Zudem kann eine Läsion der intrapontinen Fasern des Nervus abduzens vorliegen.
Symptomatik
Das Millard-Gubler-Syndrom führt zu einer gekreuzten Lähmung:
- ipsilateral zur Läsion kommt es zur infranukleären Fazialisparese
- kontralateral kommt es zur spastischen Hemiparese
Einem Millard-Gubler-Syndrom häufig assoziiert, jedoch nicht in den ursprünglichen Kasuistiken von Millard und Gubler enthalten,[2] ist zudem eine ipsilaterale Abduzensparese.
Differentialdiagnostik
Abzugrenzen ist das sehr ähnliche Foville-Syndrom, bei dem anstelle einer Abduzensparese eine horizontale Blickparese durch Läsionen von Abduzenskern, PPRF oder FLM auftritt.
Einzelnachweise
- ↑ Sciacca et al., Midbrain, Pons, and Medulla: Anatomy and Syndromes, RadioGraphics, 2019.
- ↑ Silverman et al., The Crossed Paralyses - The Original Brain-Stem Syndromes of Millard-Gubler, Foville, Weber, and Raymond-Cestan, Archives of Neurology, 1995.