Metarteriole
Englisch: metarteriole
Definition
Metarteriolen sind kleine Gefäße der Mikrozirkulation (Endstrombahn), die als Übergangssegment zwischen terminalen Arteriolen und Kapillarbett dienen.
Terminologie
Der Begriff Metarteriole wird in der Literatur nicht einheitlich verwendet und bezeichnet je nach Quelle entweder ein spezielles Übergangsgefäß innerhalb des Kapillarnetzes oder die distalen Endabschnitte von Arteriolen.
Struktur und Funktion
Metarteriolen entstehen aus den terminalen Arteriolen und besitzen typischerweise einen Ruhedurchmesser von ca. 8–20 µm. Im Gegensatz zu Arteriolen weisen sie keine kontinuierliche Tunica media mit geschlossener Schicht glatter Muskelzellen auf. Stattdessen finden sich diskontinuierlich angeordnete glatte Muskelzellen, die den Gefäßdurchmesser lokal beeinflussen können.
Diese Muskelzellen ermöglichen eine Regulation des Blutflusses in das Kapillarnetz. Durch lokale Kontraktion oder Relaxation kann die Perfusion einzelner Kapillargebiete variieren. In klassischen mikrozirkulatorischen Modellen bilden Metarteriolen einen Durchgangskanal ("thoroughfare channel"), über den Blut relativ direkt vom arteriellen zum venösen Anteil des Kapillarnetzes gelangen kann.
Von Metarteriolen gehen zahlreiche Kapillaren ab, deren Ursprung meist durch präkapilläre Sphinkter reguliert wird. Dabei handelt es sich um ringförmige Anordnungen glatter Muskelzellen am Übergang von Metarteriole zu Kapillare. Durch Kontraktion oder Relaxation dieser Strukturen kann der Blutfluss in einzelne Kapillaren selektiv gesteuert werden.
Vorkommen
Metarteriolen kommen nicht in jedem Mikrozirkulationssystem, sondern insbesondere in der mesenterischen Strombahn vor.[1] In vielen Organen erfolgt die Regulation des Kapillarflusses überwiegend über terminale Arteriolen, ohne dass klar abgegrenzte Metarteriolen vorhanden sind. Daher wird der Begriff in moderner Literatur teilweise zurückhaltend verwendet.
Quelle
- ↑ Sakai und Hosoyamada, Are the precapillary sphincters and metarterioles universal components of the microcirculation? An historical review, J Physiol Sci, 2013