ISNT-Regel
Englisch: ISNT rule
Definition
Die ISNT-Regel ist eine Merkhilfe zur Beurteilung der neuroretinalen Randsaumdicke am Sehnervenkopf. Sie besagt, dass die Dicke des neuroretinalen Randsaums in einem gesunden Auge typischerweise wie folgt verteilt ist: Inferior > Superior > Nasal > Temporal (I > S > N > T).
Hintergrund
Die ISNT-Regel wird vor allem zur Differenzierung zwischen normalen und glaukomatösen Augen herangezogen. Eine Abweichung von diesem Muster kann auf eine glaukomatöse Schädigung hinweisen, ist jedoch für sich genommen nicht diagnostisch, da die Regel auch bei einem relevanten Anteil gesunder Augen nicht eingehalten wird und nur eine begrenzte Spezifität aufweist.
Die ISNT-Regel kann sowohl auf die Dicke des neuroretinalen Randsaums als auch auf die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) angewendet werden. Ihre diagnostische Aussagekraft ist jedoch bei myopen Augen sowie bei Anwendung auf die RNFL eingeschränkt.
Quelle
- Maupin et al. Accuracy of the ISNT rule and its variants for differentiating glaucomatous from normal eyes in a population-based study. Br J Ophthalmol. 104(10):1412-1417. 2020