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Helfersyndrom

1 Definition

Als Helfersyndrom bezeichnet man ein Persönlichkeitsmerkmal, das häufig in sozialen Berufen (z.B. bei Lehrern, Ärzten, KrankenpflegerInnen, Psychologen, Sozialarbeitern oder Seelsorgern) anzutreffen ist.

2 Hintergrund

Ein vom Helfersyndrom Betroffener fällt durch gesteigerte Hilfs- und Aufopferungsbereitschaft auf. Er stellt die Bedürfnisse des Patienten scheinbar über seine eigenen. Das "Gefühl des Gebrauchtwerdens" dient aber in erster Linie dazu, eigene psychische oder soziale Probleme zu larvieren. Die Betroffenen ignorieren dabei oft die Frage, ob ihre Hilfe überhaupt erwünscht und sinnvoll ist.

3 Herkunft des Begriffes

Das Helfersyndrom wurde erstmalig von Wolfgang Schmidbauer 1977 in seinem Buch "Die hilflosen Helfer" beschrieben[1]. Der Begriff erlangte schnell Popularität und entfernte sich in der Umgangssprache von der ursprünglichen, von Schmidbauer definierten Bedeutung. Er hat heute eine schillernde, aber eher negative Konnotation und wird oft gebraucht, um die Motivation von Menschen, die einen helfenden Beruf ausüben, in Frage zu stellen.

4 Quellen

  1. Wolfgang Schmidbauer: Die hilflosen Helfer: Über die seelische Problematik der helfenden Berufe. Rowohlt, 1977. Eine vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe erschien 1995 ebenfalls bei Rowohlt, ISBN: 3-498-06123-2; eine neue Veröffentlichung von Wolfgang Schidbauer, die sich mit der Thematik des Helfersyndroms beschäftigt, ist: Das Helfersyndrom : Hilfe für Helfer. Reinbek bei Hamburg, Rowohlt-Taschenbuch-Verl. 2007, rororo 62208

5 Literatur

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