Heimlich-Handgriff
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Loslegennach dem Chirurgen Henry J. Heimlich (1920–2016)
Synonym: Heimlich-Manöver
Englisch: Heimlich maneuver
Definition
Der Heimlich-Handgriff ist eine Erste-Hilfe-Maßnahme, die bei Erstickungsgefahr durch Fremdkörper in den Luftwegen eingesetzt wird.
Durchführung
Der Helfer umfasst den stehenden oder sitzenden Patienten von hinten. Der Patient wird nach vorne gebeugt. Eine Hand wird zur Faust geballt und zwischen Bauchnabel und unterem Ende des Sternums auf den Oberbauch gelegt. Die andere Hand umfasst die Faust. Anschließend wird kräftig und ruckartig nach innen und oben gezogen.[1] Dabei darf nicht auf den Rippenbogen oder den Processus xiphoideus gedrückt werden.
Durch das Hochdrücken des Zwerchfells kommt es zu einer plötzlichen intrathorakalen Druckerhöhung, wodurch der in der Trachea oder in den Bronchien sitzende Fremdkörper im günstigen Fall ausgestoßen wird.
Bei Erwachsenen und Kindern über einem Jahr mit Fremdkörperverlegung wird zunächst zum Husten ermutigt. Ist das Husten ineffektiv, werden bis zu 5 Rückenschläge gegeben. Bleiben diese erfolglos, folgen beim ansprechbaren Patienten bis zu 5 Oberbauchkompressionen. Bei fortbestehender Verlegung werden Rückenschläge und Oberbauchkompressionen abwechselnd fortgesetzt. Der Notruf 112 ist zu veranlassen. Bei Bewusstlosigkeit wird statt des Heimlich-Handgriffs sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen.[2]
Risiken
Der Heimlich-Handgriff ist nicht ungefährlich. Bei unangemessenem Krafteinsatz kann es zu inneren Verletzungen, beispielsweise Leber-, Milz- oder Magenrupturen kommen. Nach erfolgreicher Anwendung des Heimlich-Handgriffs soll der Patient ärztlich untersucht werden, da Verletzungen und andere Komplikationen auftreten können.[2]
Bei Säuglingen oder bei fortgeschrittener Schwangerschaft werden ersatzweise Druckkompressionen des Brustkorbs empfohlen.
Quellen
- ↑ Deutsches Rotes Kreuz: Erste Hilfe bei Erstickungsgefahr, abgerufen am 15.09.2026
- ↑ 2,0 2,1 Greif et al., Kurzfassung der Leitlinien des European Resuscitation Council 2025, Notfall + Rettungsmedizin, 2026