Doktor der gesamten Medizin
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenWir werden ihn in Kürze redaktionell checken.
Wir werden ihn in Kürze redaktionell checken.
Synonyme: Dr. med. univ. (m.) bzw. Dr.in med. univ. (f.), Doctor medicinae universae, Doktor/Doktorin der gesamten Heilkunde
Definition
Doktor der gesamten Medizin ist ein akademischer Grad, der in Österreich nach erfolgreichem Abschluss eines Diplom- oder Masterstudiums Humanmedizin als sogenanntes Berufsdoktorat verliehen wird. Anders als der deutsche Doktor der Medizin (Dr. med.) setzt er keine gesonderte Promotion voraus; die wissenschaftliche Abschlussarbeit wird als Diplom- oder Masterarbeit innerhalb des Studiums verfasst.[1][2]
Diplomarbeit
Um das Diplom- oder Masterstudium in Österreich abzuschließen und den Titel führen zu können, müssen Medizinstudenten eine Diplom- oder Masterarbeit anfertigen, die meist einen Ethikantrag, eigenständiges wissenschaftliches Forschen sowie statistisches Arbeiten und eine anschließende Defensio voraussetzt. Der Umfang der Diplom- oder Masterarbeit entspricht in der Regel ungefähr dem einer deutschen Promotion zum Doktor der Medizin (Dr. med.). Da sie in Österreich jedoch eine Voraussetzung zum erfolgreichen Abschluss des Humanmedizinstudiums darstellt, wird der Titel nicht postgraduell wie bei der Promotion, sondern per Sponsion verliehen.
Eine an das Studium anschließende separate Promotionsleistung ist für den Titel Dr. med. univ. nicht erforderlich.
Abgrenzung
Die „richtige“ Promotion kann in Österreich anschließend im Rahmen eines mindestens sechs Semester dauernden PhD- oder Dr.-scient.-med.-Programms erreicht werden.[1] Umfang und zeitlicher Aufwand übertreffen meist den typischen Rahmen einer deutschen Promotion zum „Dr. med.“.
Führen des Titels
In Österreich ist es im Berufsalltag üblich, den Titel als „Dr.“ bzw. „Dr.in“ oder als „Dr. med. univ.“ bzw. „Dr.in med. univ.“ abzukürzen und zu führen.
Berufsdoktorgrade dürfen in Deutschland nur in der jeweils verliehenen Originalform geführt werden. Wurde der Berufsdoktorgrad in einem Land des europäischen Wirtschaftsraums erworben, kann der sonst obligatorische Herkunftszusatz entfallen. Somit ist der Titel Doktor der gesamten Medizin in Deutschland (Dr. med. univ.) ohne den Zusatz frei führbar.[3]
Anerkennung
Die österreichische Qualifikation unterliegt innerhalb der EU der automatischen Anerkennung, sofern die Ausbildung die unionsrechtlichen Mindestanforderungen erfüllt. Sie eröffnet damit den Zugang zum Arztberuf in anderen EU-Mitgliedstaaten.[4] Für die Berufsausübung in Deutschland ist die Anerkennung durch die zuständige Behörde bzw. die Approbation nach den nationalen Vorschriften erforderlich.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Universitätsgesetz 2002, geltende Fassung, abgerufen am 27.10.2026
- ↑ Paracelsus Medizinische Privatuniversität: Masterstudium Humanmedizin, abgerufen am 27.10.2026
- ↑ Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst: Ausländische Studien- und Prüfungsleistungen, Hochschulabschlüsse und akademische Grade, abgerufen am 27.10.2026
- ↑ Automatic recognition, Europäische Kommission, abgerufen am 27.10.2026