Deuterierung
Definition
Als Deuterierung bezeichnet man den (teilweisen oder vollständigen) Austausch von Wasserstoff-Atomen in einem Molekül durch Deuterium (²H, „schwerer Wasserstoff“). Die dadurch entstehenden Verbindungen heißen deuterierte bzw. isotopenmarkierte Analoga.
Hintergrund
Durch die höhere Masse von Deuterium sind C-H-Bindungen im Vergleich zu C-D-Bindungen leichter zu spalten. Der Austausch kann deshalb den Stoffwechsel eines Moleküls verlangsamen (kinetischer Isotopeneffekt) und damit u.a. die Pharmakokinetik (z.B. Halbwertszeit, Clearance) beeinflussen.
Anwendung
- Analytik/Tracer: Isotopenmarkierung für Massenspektrometrie und Stoffwechselstudien
- Arzneistoffentwicklung: Deuterierte Wirkstoffe oder Wirkstoffkandidaten zur Modifikation von Metabolismus, Wirkspiegeln oder Interaktionen
Literatur
- Berg et al.: Stryer Biochemie, Springer, 2013
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Fachgebiete:
Pharmakologie
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