Biomonitoring
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LoslegenEnglisch: biomonitoring
Definition
Als Biomonitoring bezeichnet man die systematische Untersuchung biologischen Materials (z.B. Blut, Urin, Haare, Speichel oder Gewebeproben) zur Bestimmung von Gefahrstoffen und ihren Metaboliten sowie deren biologischer Wirkung im menschlichen Organismus.
Hintergrund
Das Biomonitoring ist ein Oberbegriff für verschiedene Überwachungsverfahren, die die tatsächliche innere Belastung eines Organismus mit Fremdstoffen erfassen – im Gegensatz zum Außenluft- oder Arbeitsplatzmonitoring, das nur die externe Exposition misst. Je nach Zielgruppe und Fragestellung unterscheidet man das arbeitsmedizinische Biomonitoring (beruflich exponierte Personen) vom Humanbiomonitoring (Allgemeinbevölkerung).
Arbeitsmedizinisches Biomonitoring
Das arbeitsmedizinische Biomonitoring überwacht beruflich exponierte Personen und ist Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Es wird bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchgeführt und dokumentiert die individuelle Belastung der Beschäftigten. Die Ergebnisse werden biologischen Grenzwerten gegenübergestellt, darunter:
Technik
Untersuchungsmaterialien
Blut und Urin sind die häufigsten Untersuchungsmaterialien. Je nach nachzuweisendem Stoff können auch Haare, Speichel, Muttermilch oder Atemluft verwendet werden.
Analysemethoden
Die Analyse erfolgt mittels labormedizinischer Verfahren, deren Wahl sich nach Art des Stoffes und der erforderlichen Nachweisgrenze richtet:
Präanalytik
Der Zeitpunkt der Probenentnahme richtet sich nach der Halbwertszeit des zu untersuchenden Stoffes (z.B. Schichtende bei kurzlebigen Metaboliten). Die Probenentnahme muss unter kontrollierten Bedingungen erfolgen, um Kontaminationen zu vermeiden.
Anwendungsgebiete
Biomonitoring ist indiziert bei:
- Beruflicher Exposition gegenüber Gefahrstoffen
- Verdacht auf Intoxikation
- Verlaufskontrolle von Therapien mit potenziell toxischen Substanzen
- Epidemiologischen Fragestellungen
Klinische Bedeutung
Das Biomonitoring ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Gesundheitsgefährdungen durch Chemikalien. Bei der Interpretation der Ergebnisse müssen individuelle Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Lebensstil (z.B. Rauchen) berücksichtigt werden, da diese die innere Belastung unabhängig von der beruflichen Exposition beeinflussen können. In der klinischen Praxis unterstützt das Biomonitoring die Diagnose und Verlaufskontrolle von Vergiftungen.