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Radiologie des Ellenbogens

Synonym: Röntgenaufnahme des Ellenbogens
Englisch: x-ray of the arm

1 Definition

Unter der Radiologie des Ellenbogens versteht man eine Röntgenaufnahme des Ellenbogens (Olecranon) und dessen Beurteilung durch einen Arzt.

2 Standardaufnahmen

Zur Standartaufnahme des Ellenbogens gehören eine a.p.-Projektion sowie die Seitaufnahme. Dabei wird die a.p.-Projektion bei vollständiger Streckung des Ellenbogens durchgeführt. Die seitliche Aufnahme erfolgt bei einer Beugung des Ellenbogengelenkes in 90°.

2.1 A.p.-Projektion

Die a.p.-Projektion wird auch als anterior-posterior-Aufnahme bezeichnen. Blickt man auf die a.p.-Projektion, so zeigt sich das Caput radii des Oberarmes seitlich. Es bildet ein Gelenk mit dem Radiuskopf. Mittig zeigt sich die Trochlea humeri des Oberarmes (Humerus). Sie bildet ein Gelenk mit der Elle des Unterarmes. Der eigentliche Ellenbogen, das Olecranon, wird vom Oberarmknochen überlagert. Des weiteren verläuft der seitliche Rand des Epicondylus medialis humeri parallel zum Kortex der benachbarten Humerusmetaphyse.

2.2 Seitliche Aufnahme

In der seitlichen Aufnahme oder auch Seitaufnahme genannt kommt es zur Überlagerung des Capitulum humeri und der Trochlea humeri. Vor dem vorderen Humerus ist ein Drittel des Capitulum humeri zu sehen. Die sogenannte Radius-Capitulum-humeri-Linie zieht sich durch das Capitulum.

Indirekt lassen sich auf der Seitaufnahme auch die angrenzenden Fettgewebsstrukturen darstellen und beurteilen. Ventral des Humerus liegt das vordere, dorsal des Humerus das hintere Fettpolster. Die beiden Fettpolster liegen intrakapsulär und extrasynovial. Auf dem Röntgenbild stellen sich die Fettpolster dunkler als die übrigen Weichteile und als Streifen dar. Im Normalfall kommt jedoch nur das vordere Fettpolster als solcher Streifen zur Darstellung.

Neben dem Streifen des vorderen Fettpolsters gibt es auch den sogenannten Supinatorfettstreifen. Anatomisch handelt es sich um Weichteilgewebe ventral vom Radiusköpfchen und vom Radiushals, welches auf dem Musculus supinator zu Liegen kommt.

3 Spezialaufnahmen

Neben den Standartaufnahmen gibt es noch eine Reihe von Spezialaufnahmen. Darunter versteht man Röntgenaufnahmen, die aufgrund bestimmter Fragestellungen angefertigt werden. Eine dieser Spezialaufnahmen ist die sogenannte Radiuskopf-Capitulum-humeri-Aufnahme. Diese Spezialaufnahme hilft bei der exakteren Beurteilung des Radiuskopfes, da dieser hierbei herausgedreht wird.

3.1 Radiuskopf-Capitulum-humeri-Aufnahme

Die Radiuskopf-Capitulum-humeri-Aufnahme gehört zu den Spezialaufnahmen des Ellenbogens, obgleich es einige Zentren gibt, in denen diese Aufnahme zu den Standartaufnahmen gehört. Das Besondere an dieser Aufnahme ist, dass sie eine sehr gute Beurteilung des Radiuskopfes erlaubt, da dieser herausgedreht wird und somit die Überlagerung durch die übrigen Knochen entfällt. Um diese Aufnahme anzufertigen, erfolgt die Lagerung des Patienten wie zur regelhaften Seitaufnahme. Doch der Arm wird um 45° nach lateral (seitlich) gegen das Ellenbogengelenk gekippt.

4 Aussagekraft der indirekten Weichteilzeichen

Welche Aussagekraft die indirekte Darstellung der Fettgewebe hat, wird noch diskutiert. Sicher ist die Beziehung zwischen einer Pathologie im Sinne einer Verletzung und einer veränderten Darstellung des Streifens des vorderen Fettpolsters. Inwieweit ein veränderter Supinatorstreifen auch durch eine Verletzung bedingt ist, ist uneindeutig.

5 Sich darstellende Verletzungen

Auf der Röntgenaufnahme des Ellenbogens können sich folgende Pathologien darstellen:

  • Fraktur des Oberarmknochens
  • Fraktur der Unterarmknochen (Radius und Ulna)
  • Fraktur des Olecranon
  • Fraktur des Epicondylus medialis humeri
  • Dislokation des Radiusköpfchens
  • Gelenkeinblutung
  • Radiusköpfchenfraktur

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