Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Negativsymptomatik

Synonym: Minussymptomatik

1 Definition

Der Begriff Negativsymptomatik oder auch Minussymptomatik fasst verschiedene Symptome zusammen, die im Rahmen einer Schizophrenie auftreten können. Sie sind gekennzeichnet durch Herabsetzung, Minderung und Verarmung psychischer Merkmale eines Menschen.

Das einzelne Symptom nennt man Negativsymptom.

2 Erscheinungsformen

Negativsymptomatik betrifft Affekt, Antrieb, Psychomotorik und Denken:

  • Der Affekt ist verarmt, d.h. die emotionale Erlebnisfähigkeit ist eingeschränkt, das Spektrum an Gefühlen ist reduziert. Der Patient kann unfähig sein, Freude zu empfinden (Anhedonie) und erscheint indifferent bzw. gleichgültig. Eine derartige Affektverarmung geht praktisch immer einher mit einer Affektverflachung, d.h. einer ausgeprägt herabgesetzten affektiven Schwingungsfähigkeit.
  • Der Antrieb ist vermindert; die Betroffenen zeigen weniger Interesse und sind weniger aktiv.
  • Die Psychomotorik ist reduziert. In Mimik und Gestik wirken Patienten wenig lebhaft oder sogar starr, die Stimme ist kaum moduliert.
  • Das Denken ist ebenfalls verarmt, leer und einfallslos, mit allgemein weniger Denkinhalten.

Hinzu kommen zumeist kognitive Einschränkungen in Form von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen.

Ausgeprägte Negativsymtomatik führt oft zu sozialer Isolation und beruflichem Abstieg.

3 Klinische Bedeutung

Das Auftreten von Negativsymptomatik gilt im Rahmen einer Schizophrenie als prognostisch ungünstig.

4 Therapie

Antipsychotika der zweiten oder dritten Generation wirken außer auf die Positivsymptomatik auch auf die Negativsymptomatik. Allerdings können starke Nebenwirkungen auch eine Negativsymptomatik vortäuschen oder verstärken. Daher gehört eine antipsychotische Behandlung immer in die Hände eines versierten Behandlers.

siehe auch: Positivsymptomatik

Fachgebiete: Psychiatrie

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