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Hoden-determinierender Faktor

Abkürzung: TDF
Englisch: testis determining factor

1 Definition

Der Hoden-determinierende Faktor (TDF) bezeichnet ein spezifisches Protein, das im Rahmen der Embryonalentwicklung exprimiert wird und als Transkriptionsfaktor wirkt. Es wirkt an der Bildung des Hoden mit und ist einer der entwicklungsbiologischen Faktoren für die Geschlechtsdifferenzierung.

2 Genetik

Für TDF codiert ein auf dem kurzen Arm des Y-Chromosoms gelegenes Gen mit dem Namen Sex determining region of Y-Gen (SRY-Gen).

3 Funktion

Der TDF wirkt als Transkriptionsfaktor in der Embryogenese und leitet die Differenzierung männlicher Geschlechtsorgane ein. Es reguliert die Expression mehrerer Gene. So regt es z.B. somatische Zellen dazu an, sich in Testosteron produzierende Leydig-Zellen zu differenzieren. Ohne den Einfluss von TDF werden hingegen weibliche Geschlechtsorgane ausgebildet. Bei einer Mutation des SRY-Gens kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass kein TDF exprimiert wird und sich eine XY-Frau entwickelt.

4 Entdeckung

Der TDF wurde in den 1950er Jahren entdeckt. Von 1959 bis 1967 konnte nachgewiesen werden, dass sich das Gen für den TDF auf dem kurzen Arm des Y-Chromosoms befindet. Ende der 1980er Jahre konnte die Region 1 des kurzen Arms auf dem Y-Chromosom als ganz genauer Ort der Codierung identifiziert werden (Sex determining region of Y).

Fachgebiete: Humangenetik

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