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Blutzuckermessgerät

Synonym: BZ-Gerät
Englisch: blood glucose meter

1 Definition

Blutzuckermessgeräte sind Mikrocomputer zur Messung der Konzentration der Glukose im Blut (Blutzuckermessung). Sie ermöglichen eine einfach zu handhabende Blutzuckerselbstmessung durch den Patienten.

2 Funktionsprinzip

Das Blutzuckermessgerät bildet eine funktionelle Einheit mit den zugehörigen Blutzuckerteststreifen. Blutzuckerteststreifen sind Biosensoren (Glukosesensoren) mit enzymatischer Substratspezifität für Glukose (Rezeptorfunktion). Das chemische Eingangssignal wird durch den Teststreifen als Wandler (Transducer) in ein für das Blutzuckermessgerät elektrisch messbares Signal umgewandelt. Das Blutzuckermessgerät verstärkt das elektrische Signal (Verstärkerfunktion) und rechnet es mittels Mikroprozessortechnologie in einen Zahlenwert auf eine größere Blutfraktion (dl) um (Umrechnungsfunktion). Für die Messung werden nur wenige µl Blut benötigt.

3 Blutzuckermessung

Die genaue Durchführung der Blutzuckermessung hängt vom Gerätetyp ab. Das hier geschilderte Vorgehen bezieht sich auf die amperometrische Messung des Blutzuckers.

3.1 Vorbereitung des Gerätes

Nach Einschalten des Gerätes wird der zugehörige Blutzuckerteststreifen mit den Elektroden voran in den Teststreifenschacht eingebracht. Bei einigen Modellen wird eine Trommel als Teststreifenreservoir in das Messgerät integriert. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Gerät auf die richtige Chargennummer der Teststreifen eingestellt ist. Gerätabhängig muss ggf. bei Anbruch einer neuen Teststreifenschachtel der Code-Chip mit gespeicherter Chargennummer in den dafür vorgesehenen Aufnahmeschacht des Gerätes eingebracht werden. Die Verwendung von Teststreifen einer falschen Chargennummer kann zu Messfehlern führen.

3.2 Durchführung der Messung

Mittels Blutlanzette wird im seitlichen Fingerkuppenbereich kapilläres Blut gewonnen und auf den Teststreifen aufgebracht. Innerhalb weniger Sekunden zeigt das Gerät auf dem Display das Ergebnis der Bluzuckermessung an (Einheit in mg/dl).

3.3 Ablauf des Messvorgangs

Während des Messvorgangs wird das Blut über eine in den Teststreifen integrierte Kapillare in eine Reaktionskammer angesogen. Diese enthält oberflächengebundene Kleinstmengen des Enzyms Glukoseoxidase, sowie eine Mediatorsubstanz. Glukoseoxidase katalysiert unter Anwesenheit von Luftsauerstoff die Oxidation von Glukose in Gluconolacton (C6H10O6), wobei der freiwerdende Wasserstoff mit dem Luftsauerstoff zu Wasserstoffperoxid (H2O2) reagiert.

C6H12O6 + O2 -> C6H10O6 + H2O2

In den Messtreifen sind Platinelektroden eingearbeitet, die in die Reaktionskammer hineinragen. Bei Einführen in das Blutzuckermessgerät werden sie mit einer Spannungsquelle verbunden. Bei anliegenden Spannung von 600mV wird Wasserstoffperoxid elektrolytisch reduziert:

H2O2 -> H2 + O2 + 2e-

Die freiwerdenden Elektronen werden durch die Mediatorsubstanz auf die Kathode übertragen. Der zwischen den Elektroden stattfindende Stromfluss wird durch ein hinter der Kathode in Reihe geschaltetes Amperemeter vom Blutzuckergerät gemessen (amperometrische Messung) und der Messwert rechnerisch interpretiert. Dabei ist die Höhe des Messwertes proportional zur Glukosekonzentration.

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