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AIDS-Leugnung

Englisch: AIDS denialism

1 Definition

Unter der AIDS-Leugnung versteht man zwei Denkansätze, die die heutige wissenschaftlich untermauerte Meinung über die Existenz von HIV bzw. AIDS untersagen. Zum einen wird der Zusammenhang zwischen dem HI-Virus und der eigentlichen AIDS-Erkrankung bezweifelt. Zum anderen wird die Existenz von AIDS als solches prinzipiell angezweifelt.

2 Ursachen

Verschiedene Gruppen von AIDS-Leugnern, widersetzen sich allen wissenschaftlich eindeutig bewiesenen Fakten und bezeichnen AIDS als eine Lüge der Wissenschaft, von Regierungen und Pharmaindustrie. Der ehemalige Präsident von Südafrika, Thabo Mbeki, zählt bis heute zu den prominentesten AIDS-Leugnern.

Sie sehen in der Verbreitung von Fakten über das HI-Virus bzw. die Immunschwächeerkrankung AIDS eine von autoritären Kreisen verbreitete Dogmatik, um wirtschaftliche und politische Interessen zu vertreten.

3 Argumente der AIDS-Leugner

  • AIDS als Zusammenfassung einer Vielzahl von verschiedenen Immunschwächekrankheiten, um antiretrovirale Medikamente vertreiben zu können
  • Bezweiflung der Existenz des HI-Virus als solches, da in der Anfangsphase der AIDS-Therapie nur eine unbefriedigende Wirkung von antiretroviralen Medikamenten erreicht werden konnte. Die mangelnde Wirkung wurde von den AIDS-Leugnern als Beweis dafür angesehen, dass es sich nicht um ein Virus handeln könne, wie es bereits damals von der Wissenschaft postuliert wurde
  • ebenfalls wurde scharf kritisiert, dass es in der gesamten Zeit, in der HIV bzw. AIDS bekannt ist, niemals eine alternative Theorie seitens der erforschenden Wissenschaft existiert habe. Normalerweise würden bei der Erforschung von noch nicht genau bekannten Krankheiten immer mehrere mögliche Theorien über Ursache, Folgen, Therapie, Prophylaxe, etc. postuliert. Niemals passierte dies bei der Erforschung von AIDS
  • die anfängliche Wirkungslosigkeit einer antiretroviralen Therapie war für die AIDS-Leugner des Weiteren ein Argument, den Zusammenhang zwischen einem möglichen HI-Virus und dem Ausbruch von AIDS anzuzweifeln. „Wenn ein antivirales Medikament überhaupt nicht wirkt, dann kann es eigentlich kein Virus sein, das die Immunschwäche auslöst“

4 Weitere Entwicklung

Als in den 1990er Jahren in der HIV-Therapie extreme Fortschritte erreicht wurden, wurde dieses Argument von den AIDS-Leugnern einfach verworfen. Überzeugt von der Existenz des HI-Virus bzw. dessen Kausalität zur AIDS-Erkrankung, waren sie dennoch nicht. Nicht einmal genetische Experimente bzw. Tierversuche konnten sie überzeugen. Stattdessen rückten in dieser Phase wieder Argumente in den Mittelpunkt, die ein wirtschaftliches Interesse der Pharmabranche, der forschenden Wissenschaftler und Ärzte in den Mittelpunkt stellte.

5 Folgen

Gerade in Regionen der Erde, in denen eine sorgfältige, schulische Aufklärung nicht möglich ist, führte die AIDS-Leugnung zu katastrophalen Folgen. Schützende Maßnahmen wurden nicht eingehalten und nach Ausbruch der Erkrankung wurde eine wirksame Therapie häufig abgelehnt.

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Fachgebiete: Medizingeschichte

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