Synonyme: Hypertonus, Hypertension, Bluthochdruck
Englisch: hypertension
Es gibt drei unterschiedliche Formen der Hypertonie:
Im engeren Sinne wird mit Hypertonie meist die arterielle Hypertonie bezeichnet, die hier weiter besprochen wird.


Nach WHO-Kriterien gilt ein systolischer Blutdruck höher als 120 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck höher als 80 mmHg als grenzwertig, ein systolischer Blutdruck höher als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck größer als 90 mmHg definiert eine Hypertonie.
Die Prävalenz der arteriellen Hypertonie in westlichen Industrieländern ist relativ hoch. Die Angaben in den verschiedenen epidemiologischen Studien weichen jedoch teilweise deutlich voneinander ab. Eine Studie aus dem Jahr 2003, die in 6 Europäischen Ländern, Kanada und den USA durchgeführt wurde, gibt die Prävalenz der Hypertonie in Europa mit 44% der Bevölkerung über 35 Jahre an. Für die USA wird eine Prävalenz von 28% angegeben. Als grobe Näherung lässt sich sagen, dass
der Bevölkerung in Europa unter Bluthochdruck leiden.
Die arterielle Hypertonie lässt sich nach sehr vielen verschiedenen Aspekten einteilen, die teils eher pathophysiologisch, teils eher klinisch geprägt sind.
Primäre Hypertonie: Hypertonie, die ohne erkennbare Ursachen entsteht. Sie wird auch als essentielle Hypertonie bezeichnet. Sie stellt den überwiegenden Anteil der Hypertonie-Fälle bei Erwachsenen dar (ca. 85%). Bei Kindern ist genau das Gegenteil der Fall.
Sekundäre Hypertonie: Darunter versteht man eine Hypertonie, die als Folge einer anderen Grunderkrankung auftritt, bzw. von nachweisbaren Faktoren ausgelöst wird. Die sekundäre Hypertonie stellt den kleineren Anteil der Fälle bei Erwachsenen dar (ca. 15%). Bei Kindern ist genau das Gegenteil der Fall. Mögliche Ursachen sind:
Nicht zur chronischen arteriellen Hypertonie werden vorübergehende Blutdruckerhöhungen gezählt, die u.a. durch folgende Ursachen ausgelöst werden:
Die ESH nimmt eine Einteilung der Hypertonie nach der Höhe des Blutdruckwerts vor:


| Grad | Systolischer RR | Diastolischer RR |
|---|---|---|
| Grad 1 (mild) | 140-159 mm Hg | 90-99 mm Hg |
| Grad 2 (moderat) | 160-179 mm Hg | 100-109 mm Hg |
| Grad 3 (schwer) | >180 mm Hg | > 110 mm Hg |
Die Hypertonie läßt sich je nach Organschädigung von Gefäßen, Augen, Herz, Nieren etc. in nach den Empfehlungen der WHO in 3 Grade einteilen:
Die Pathogenese der primären Hypertonie ist so komplex, dass sie bislang nicht vollständig geklärt werden konnte. Ein Grund dafür ist, dass der Blutdruck von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dazu zählen unter anderem das zirkulierende Blutvolumen, die Blutviskosität, das Herzzeitvolumen, die Gefäßelastizität, der Gefäßquerschnitt und die hormonelle (Renin) und neuronale Stimulation des Gefäßtonus.
Eine Hypertonie verläuft meist asymptomatisch und verursacht bei mäßig erhöhten Blutdruckwerten oft nur uncharakteristische Beschwerden:
Bei stark erhöhten Blutdruck können hinzutreten:
Wird die Hypertonie nicht durch ein Kontrolle des Blutdrucks entdeckt, macht sie sich häufig erst durch ihre Spätschäden bemerkbar.
Die Diagnose "Hypertonie" ergibt sich in erster Linie durch die wiederholte Blutdruckmessung an beiden Armen. Desweiteren umfasst das Basisprogramm der Hypertonie-Diagnostik:


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