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Transtheoretisches Modell

Abkürzung: TTM
Englisch: transtheoretical model

1 Definition

Das transtheoretische Modell ist ein 6-stufiges-Konstrukt, das maßgeblich von Prochaska und Di Clemente entwickelt wurde und eine Einschätzung und Beeinflussung des Gesundheitsverhaltens von Patienten ermöglichen soll.

2 Die 6 verschiedenen Stadien des TTM

Gemäß dem transtheoretischen Modell von Di Clemente und Prochaska stellt sich eine Verhaltensänderung als ein mehrstufiger Prozess dar, der in sechs verschiedene Stadien eingeteilt werden kann, die der Patient im Verlauf einer solchen Verhaltensänderung durchläuft.

  • Sorglosigkeit (Pre-contemplation)
  • Bewusstwerdung (Contemplation)
  • Vorbereitung (Preparation)
  • Handlung (Action)
  • Aufrechterhaltung (Maintenance)
  • Andauernde Aufrechterhaltung (Termination)

2.1 Sorglosigkeit

Dem transtheoretischen Modell zufolge befindet sich der Patient zu Beginn der Behandlung im Stadium der Sorglosigkeit, in der zunächst noch kein Problembewusstsein für das zu ändernde Verhalten vorhanden ist, es wird gar nicht als Problem gesehen.

2.2 Bewusstwerdung

In dem folgenden Stadium beginnt der Patient sich des schädigenden Verhaltens bewusst zu werden und auch erste Planungen darüber anzustrengen irgendwann dieses Verhalten zu ändern. Es bestehen zum Zeitpunkt der Bewusstwerdung jedoch noch keine konkreten Verhaltensänderungspläne.

2.3 Vorbereitung

Im Stadium der Vorbereitung befindet sich der Patient, sobald das Problembewusstsein soweit gereift ist, dass konkrete Pläne und Ziele über die Möglichkeit einer Verhaltensänderung gefasst werden und hier erste Schritte in Richtung dieser Verhaltensänderung unternommen werden.

2.4 Handlung

Das Handlungsstadium beschreibt die konkreten Schritte der Verhaltensänderung. Es wird das Verhalten (z.B. bei Alkoholkonsum, Nikotinabusus etc.) geändert oder abgestellt.

2.5 Aufrechterhaltung

Bei der Aufrechterhaltung geht es dem Patienten in erster Linie darum, das soeben abgestellte oder veränderte Verhalten auch wirklich verändert zu haben und nicht unmittelbar nach dem Handlungsstadium wieder rückfällig zu werden. Es findet somit eine erste Konsolidierung der Verhaltensänderung statt.

2.6 Andauernde Aufrechterhaltung

Bei der andauernden Aufrechterhaltung erreicht der Patient durch die Beibehaltung der Verhaltensänderung eine Manifestation selbiger und sichert so den langfristigen Erfolg und die wirkliche Verhaltensänderung.

3 Phasensynchrone Beratungsstrategie

Bei der phasensynchronen Beratungsstrategie handelt es sich nach Di Clemente und Prochaska um eine die Verhaltensänderung begleitende Beratung, die sich an den Phasen, die der Patient durchläuft orientiert und somit eine optimale Begleitung des Prozesses bietet.

In den einzelnen Stadien sollen folgende Beratungen den Patienten in der Verhaltensänderung stärken:

  • Sorglosigkeit - Schaffung des Problembewusstseins
  • Bewusstwerdung - Auflösung möglicher Ambivalenzen, Bestärkung
  • Vorbereitung - Zielplanung in kleinen Schritten
  • Handlung - Stärkung des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten
  • Aufrechterhaltung - Rückfallprophylaxe
  • Andauernde Aufrechterhaltung - Automatisierung des Zielverhaltens

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