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Tinnitus-Softlasertherapie

Synonyme: Low-Level-Laser, Softlaser

1 Definition

Die Tinnitus-Softlasertherapie ist eine in der Alternativmedizin eingesetzte, pseudowissenschaftliche Behandlung des Tinnitus ohne Evidenznachweis.

2 Wirkprinzip

Verfechter der Tinnitus-Softlasertherapie vertreten die Ansicht, dass der Softlaser die Unterhautschichten durchdringt und zur Regeneration von Haarzellen im Innenohr, einr Stimulation des Immunsystems und Steigerung der Zellteilungsrate führt.

Das Wirkprinzip ist fragwürdig, da der Softlaser weniger Energie als ein Laserpointer besitzt und deshalb physikalisch nicht in der Lage ist, die Haut, das Subkutangewebe und den Warzenfortsatz zu durchdringen. Die Behauptung, dass Softlaser zur Regeneration von Haarzellen im Innenohr beitragen soll, wurde durch mehrere klinische Studien widerlegt.[1] Das gleiche gilt für die Laser-Akupunktur bei Tinnitus.

3 Wirksamkeitsnachweis

Mehrere randomisierte kontrollierte Studien belegen die Unwirksamkeit der Softlaser-Therapie bei Tinnitus.[2][3][4]

4 Quellen

  1. M Walger, H von Wedel, L Calero, S Hoenen: Ergebnisse einer Studie zur Effektivität einer kombinierten Low-Power-Laser-und Ginkgo-Therapie auf den chronischen Tinnitus. Tinnitus-Forum, 1993
  2. Mirz F, Zachariae R et al.: The low-power laser in the treatment of tinnitus. Clin Otolaryngol Allied Sci. 1999 Aug;24(4):346-54
  3. Partheniadis-Stumpf M, Maurer J, Mann W: Soft laser therapy in combination with Tebonin i.v. in tinnitus. Laryngorhinootologie 72 (1993) 28-31
  4. von Wedel H1, Calero L, Walger M, Hoenen S, Rutwalt D: Soft-laser/Ginkgo therapy in chronic tinnitus. A placebo-controlled study. Adv Otorhinolaryngol. 1995;49:105-8

5 Weblinks

Zu der Durchdringung von Haut und Knochen durch Softlaser (LLLT-Laser) Photonen der Softlaser (LLLT - Laser) der Wellenlänge zwischen 800-900 nm gehen durch die Haut und durch Knochen. Ihr Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar. Es befindet sich im Infrarotbereich. Ein Patient mit einer armbetonten spastischen Hemiparese des linken Armes entwickelte entwickelte auf der rechten nicht behaarten Kopfseite einen Zoster ophtalmicus. Nach der Bestrahlung der schmerzhaften Hautausschläge auf der rechten Kopfhaut konnte der Patient nach 10 Minuten den spastisch gelähmten Arm deutlich besser bewegen. Dieser Zustand hielt leider nur 15 Minuten an. Die Photonen des Softlasers müssen durch die Haut und die Knochen hindurchgegangen sein. Sie haben wohl in den entsprechenden Hirnrinden die Reaktion ausgelöst. Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Softlasern sind die Wellenlänge und die Leistungsstärke des Softlaser (LLLT-Laser) von großer Wichtigkeit. Auf die physikalischen Prinzipien, insbesondere der Unterschiede zum normalen Licht gehe ich nicht ein. Sie sind unter http://flexikon.doccheck.com/de/Laser nachzulesen. Zu der eigentlichen Problematik der Behandlung des Tinnitus mit dem LLLT - Laser verweise ich auf die ausführliche Internetseite www.dr-wilden.de
#1 am 13.03.2016 von Dr. Helmut Ulrich (Arzt)

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