TRIM
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Definition
TRIM ist ein Akronym und steht für Transfusion-related Immunomodulation. Damit wird typischerweise eine durch Transfusion von Erythrozytenkonzentraten ausgelöste Immunsuppression bezeichnet, die zu unerwünschten Wirkungen wie beschleunigter Ausbreitung von Tumoren oder Verschlechterung von Infektionen führen kann.
Hintergrund
Der Begriff TRIM ist nicht scharf definiert. Das Konzept ist seit Jahrzehnten bekannt, unter anderem durch die Beobachtung, dass der Verlauf von Nierentransplantation günstiger war, wenn die Patienten vorher EK-Transfusionen erhalten hatten.[1] Zur Zeit der Veröffentlichung in den 1970er-Jahren enthielten Erythrozytenkonzentrate auch einen großen Teil Leukozyten aus der Vollblutspende. Dies ist seit Einführung der Leukozytendepletion durch Filterung nicht mehr der Fall. Es ist anzunehmen, dass ein großer Teil der früheren TRIM auf die "mitreisenden" Leukozyten zurückzuführen war. Die extremste Form ist die transfusionsassoziierte Graft-versus-Host-Disease (tGvHD).
Wenn man den Begriff TRIM auf die reine Erythrozytentransfusion beschränkt, sind mehrere Mechanismen denkbar, die eine Immunmodulation in Gang setzen können. Dies reicht von der Zufuhr von nicht Transferrin-gebundenem Eisen über den Lagerungsschaden der Erythrozyten bis hin zu den in Erythrozytenkonzentraten enthaltenen Zusatzstoffen.
Im Rahmen des Patient Blood Management (PBM), d. h. der möglichst weitgehenden Einsparung von Fremdblut-Transfusionen, wird die Vermeidung einer TRIM als Argument für die positiven Effekte des PBM angeführt.
In einem Votum aus dem Jahr 2020 stellte der Arbeitskreis Blut fest, dass "dass nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand das Auftreten von Infektionen und die Begünstigung von Krebsneuentstehungen oder Krebsrezidiven durch EK-Transfusionen nicht belegt sind."
Die Sensibilisierung gegen fremde Blutgruppenantigene mit Bildung irregulärer erythrozytärer Antikörper, allen voran Anti-D bei Rhesus-negativen Transfusionsempfängern, wird dagegen nicht unter das TRIM-Konzept gefasst, obwohl sie auch eine Immunmodulation darstellt.
Quellen
- ↑ Opelz G, Sengar DPS, Mickey MR, Terasaki PI. Effect of blood transfusions on subsequent kidney transplants. Transplant Proc. 1973; 5:253–259.