Ring-down-Artefakt
Englisch: ring down artifact
Definition
Das Ring-Down-Artefakt ist ein sonografisches Artefakt, das sich als distal fortgeleitete, echoreiche, meist leiter- oder streifenförmige Ausziehung darstellt. Anders als das optisch ähnliche Kometenschweifartefakt weißt das Ring-down-Artefakt kontinuierliche und teilweise wellenförmige Muster auf und beruht auf einem anderen physikalischen Entstehungsmechanismus.
Hintergrund
Das Artefakt tritt ausschließlich im Zusammenhang mit Gasblasen auf. Es entsteht, wenn sich zwischen vier Gasblasen – drei oberflächlich, eine tieferliegend – eine horn- oder bugelförmige Flüssigkeitsansammlung befindet. Wird diese Konfiguration von einem Ultraschallimpuls getroffen, beginnt die eingeschlossene Flüssigkeit zu resonieren und ein kontinuierliches Signal an den Schallkopf zurückzusenden.
Im Unterschied zum breitbandigen ausgesandten Impuls besteht dieses Rückecho aus diskreten Resonanzfrequenzen. Interferenzen („Beats“) zwischen den Resonanzfrequenzen erzeugen das charakteristische, variabel gestreifte Erscheinungsbild des Ring-Down-Artefakts. Im Gegensatz zu Reverberationsartefakten (z. B. Kometenschweif) handelt es sich nicht um Mehrfachreflexionen.
Vermeidung
Das Ring-Down-Artefakt kann häufig durch Änderung des Schallwinkels oder leichte Neupositionierung des Schallkopfes beseitigt werden.
Literatur
- Morgan M, Jones J, Glick Y, et al. Ring down artifact. Reference article, Radiopaedia.org, https://doi.org/10.53347/rID-48134, zuletzt besucht 07.01.2026.
- Avruch L & Cooperberg P. The Ring-Down Artifact. J Ultrasound Med. 1985;4(1):21-8. doi:10.7863/jum.1985.4.1.21