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Polygenie

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Synonym: Polymerie

1 Definition

Als Polygenie bezeichnet man die Beteiligung mehrerer Gene an der Ausprägung eines bestimmten biologischen Merkmals.

Bestimmt umgekehrt ein Gen mehrere Merkmale, spricht man von Polyphänie.

2 Einteilung

Man kann die komplementäre und die additive Polygenie unterscheiden.

2.1 Komplementäre Polygenie

Bei der komplementären Polygenie bestimmen die beteiligten Genpaare unabhängig voneinander jeweils ein Teilmerkmal, und ergänzen sich so in ihrer Wirkung. Fehlt ein Genpaar, wird das Gesamtmerkmal nicht ausgeprägt.

2.2 Additive Polygenie

Bei der additiven Polygenie wirken verschiedene Genpaare bei der Ausbildung eines Merkmals zusammen und addieren sich in ihrer Wirkung. Fehlt ein Genpaar, wird das Merkmal trotzdem ausgeprägt - nur schwächer.

3 Klinik

Bei polygener, multifaktorieller Vererbung kann das Wiederholungsrisiko nicht aus dem Erbgang errechnet werden, sondern muss empirisch bestimmt werden. Das empirisch ermittelte Wiederholungsrisiko bei der Vererbung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten beträgt zum Beispiel:[1]

  • nach einem erkrankten Kind mit gesunden Eltern 9,0%
  • nach zwei erkrankten Kindern mit gesunden Eltern 6,0%
  • bei einem erkrankten Elternteil 3%
  • bei einem erkrankten Elternteil und einem erkrankten Kind 11%

4 Quellen

  1. Schaal, S., Kunsch, K., Kunsch, S.: Der Mensch in Zahlen. Eine Datensammlung in Tabellen mit über 20.000 Einzelwerten. SpringerSpektrum Berlin Heidelberg 2016: 263-265.

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Fachgebiete: Biologie

Diese Seite wurde zuletzt am 12. August 2019 um 21:21 Uhr bearbeitet.

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