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Phineas Gage

1 Definition

Phineas Gage war ein Vorzeigepatient, dessen Schädel am 13. September 1848 von einer Eisenstange durchbohrt wurde.

2 Unfallhergang

Gage sollte Sprengungen entlang einer geplanten Eisenbahntrasse im US-Bundesstaat Vermont durchführen. Dafür bohrte er Löcher und füllte sie anschließend mit Schießpulver. Danach bedeckte er das Schießpulver mit Sand und verdichtete das Schießpulver mit Hilfe einer 3 cm dicken Eisenstange.

Am 13. September 1848 vergaß Gage jedoch den Sand und stieß mit der Eisenstange direkt auf das Schießpulver, das sich schlagartig entzündete. Die Eisenstange wurde Gage unterhalb des Jochbeins in den Kopf geschossen und trat am Schädeldach wieder aus.

Gage war nur kurz bewusstlos und fuhr danach eigenständig mit einem Ochsenkarren in seine Unterkunft. Den herbeigeeilten Arzt John D. Harlow begrüßte er mit "Doktor, hier gibt es ordentlich was zu tun für Sie."

3 Folgen

Gage überlebte den Unfall, jedoch veränderte er seine Persönlichkeit grundlegend. Harlow beschreibt den zuvor umgänglichen und freundlichen Patienten nun als "jähzornig und respektlos".

Harlow vermutete, dass die Stange mit dem Frontallappen eine Hirnregion getroffen hatte, welche für die Emotionen und den Charakter verantwortlich ist. Er beschrieb damit erstmals die heute als Frontalhirnsyndrom bezeichnete Symptomkonstellation.

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Fachgebiete: Medizingeschichte

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Mai 2018 um 19:14 Uhr bearbeitet.

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