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Isidor von Sevilla

1 Definition

Isidor von Sevilla war ein den Wissenschaften zugewandter Bischof von Sevilla. Er wurde um 560 in Carthago Nova, heute Cartagena, in Spanien geboren und starb am 4. April 636 in Sevilla.

2 Lebenslauf

Isidor von Sevilla war das jüngste von fünf Kindern einer vornehmen Familie, die aus der römischen Oberschicht stammte. Diese musste aufgrund der byzantinischen Besetzung nach Sevilla fliehen. Sein Bruder, Leander von Sevilla, der vor Isidor Erzbischof von Sevilla war, zog diesen nach dem Tod der Eltern auf und weihte ihn zum Priester. Schon als Jugendlicher war er Mitglied im Kloster, mit 30 Jahren wurde er Abt. Nach dem Tod von Leander von Sevilla im Jahre 600, wurde er gegen seinen Willen zu dessen Nachfolger für das Amt des Erzbischofs gewählt, das er bis zu seinem Tod inne hatte. 619 leitete er die Synode unter König Sisebut in Sevilla und beim 4. Reichskonzil zu Toledo im Jahre 633 führte er den Vorsitz.

Isidor war den Wissenschaften sehr zugewandt und legte großen Wert darauf, dass der Klerus gut ausgebildet war. Dafür errichtete er Schulen und Bibliotheken, seine Klosterbibliothek gehörte zu den berühmtesten seiner Zeit. Er selbst gehörte zu den meistgelesenen Autoren des Mittelalters.

Isidor von Sevilla wurde 1722 zu Kirchenlehrer ernannt.

3 Lebenswerk

Das bedeutendste Werk von Isidor von Sevilla ist die Enzyklopädie Etymologiarum sive originum libri XX, kurz auch Ethymologiae. Das 20 Bände umfassende Werk sollte alles Wissen der Spätantike, weltlich und religiös, vereinen. Es enthält zum Beispiel Informationen über Grammatik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie und die Lehren der Medizin, Rechtswissenschaften, Theologie und Anthropologie, sowie der Architektur und Kriegskunde. In dem Kapitel De Medicina geht Isidor speziell auf das Thema Philosophie und Heilkunde ein. Hierbei betont er, dass man sich als Arzt zusätzlich nicht nur mit den Fächern des literarischen Triviums, also Grammatik, Rhetorik und Dialektik, sondern auch in den Fächern des mathematischen Quadriviums, also Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik, auskennen müsse.

Die Ethymologiae wurde erst fünfzehn Jahre nach Isidors Tod von seinem Schüler und Nachfolger Braulio von Saragossa fertiggestellt und ist König Sisebut gewidmet. Er legte mit seinen Werken den Grundstein für zukünftige höhere Bildung im Mittelalter.

Ebenfalls von besonderer Bedeutung ist Isidors Erfindung der "Etymologie" - der Lehre von der Herkunft und Geschichte der Wörter.

3.1 Erhaltene Werke

Zu den überlieferten Werken von Isidor von Sevilla zählen unter anderem:

  • De natura rerum - naturkundliche und gesellschaftliche Themen
  • Sententiarum Libri Tres - gilt als erstes Handbuch christlicher Lehre und Ethik
  • De origine officiorum ecclasiasticorum - beschreibt die Ämter der Priesterschaft und der Liturgie
  • Hispana - eine Sammlung über das Kirchenrecht
  • De regula monachorum - Regelwerk für Mönche

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