H-Index
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Synonyme: Hirsch-Index, Hirsch-Faktor
Englisch: h-index, Hirsch index
Definition
Der h-Index ist eine bibliometrische Kennzahl zur gemeinsamen Beurteilung von Publikationsleistung und Zitationshäufigkeit eines Wissenschaftlers. Ein Wissenschaftler besitzt einen h-Index von h, wenn mindestens h seiner Publikationen jeweils mindestens h-mal zitiert wurden. Der Index wurde 2005 vom Physiker Jorge E. Hirsch vorgeschlagen.
Bestimmung
Zur Berechnung werden die Publikationen eines Autors nach der Zahl ihrer Zitationen absteigend sortiert. Der h-Index entspricht der höchsten Position in dieser Liste, bei der die Zahl der Zitationen noch mindestens der Position der Publikation entspricht.
Datenbanken wie Web of Science, Scopus oder Google Scholar können unterschiedliche h-Indizes für dieselbe Person ausweisen, da sie unterschiedliche Publikationen und Zitationen erfassen.
Beispiel
Ein Wissenschaftler hat sechs Publikationen, die absteigend 18, 10, 7, 4, 3 und 1 Mal zitiert wurden.
Die ersten vier Publikationen wurden jeweils mindestens viermal zitiert. Eine fünfte Publikation mit mindestens fünf Zitationen existiert jedoch nicht. Der Wissenschaftler besitzt daher einen h-Index von 4.
Auch wenn die meistzitierte Arbeit beispielsweise statt 18 bereits 1.000 Zitationen hätte, bliebe der h-Index in diesem Beispiel bei 4. Der Index berücksichtigt somit nicht nur einzelne besonders häufig zitierte Arbeiten, sondern verlangt eine entsprechende Zitationshäufigkeit bei mehreren Publikationen.
Bedeutung
Der h-Index wird häufig zur bibliometrischen Beschreibung wissenschaftlicher Produktivität und Resonanz verwendet. Er verbindet die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen mit deren Zitationshäufigkeit und ist gegenüber einzelnen extrem häufig zitierten Arbeiten relativ unempfindlich.
Ein hoher h-Index ist jedoch nicht mit der Qualität eines Wissenschaftlers oder einzelner Forschungsarbeiten gleichzusetzen.
Limitationen
Der h-Index ist stark von Fachgebiet und Dauer der wissenschaftlichen Karriere abhängig. Wissenschaftler in zitationsintensiven Fachgebieten und Personen mit längerer Publikationshistorie erreichen typischerweise höhere Werte.
Zudem hängt das Ergebnis von der verwendeten Literaturdatenbank ab. Selbstzitationen und Koautorenschaften können den Wert ebenfalls beeinflussen. Wissenschaftliche Leistungen außerhalb klassischer Publikationen sowie die besondere Bedeutung einzelner Arbeiten werden nur unzureichend abgebildet.
Der h-Index sollte deshalb nicht isoliert, sondern zusammen mit weiteren quantitativen und qualitativen Kriterien verwendet werden.
Literatur
- Hirsch, J E. "An index to quantify an individual's scientific research output." Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America vol. 102,46 (2005)
- Bornmann, Lutz, and Hans-Dieter Daniel. "The state of h index research. Is the h index the ideal way to measure research performance?." EMBO reports vol. 10,1 (2009)