FlexiEssay: ORAC

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Bewertung der ORAC-Messung

Die ORAC-Methode ist schon insoweit fraglich, ob die Art der Radikale (Peroxylradikale?), die durch den Radikalbildner gebildet werden und ob deren Quantität, tatsächlich biologisch relevant sind. Im Körper kommen eine Vielzahl unterschiedlicher freier Radikale vor : Superoxidradikale, Hydroxylradikale, Alkoxylradikale, Hydroperoxylradikale, Peroxylradikal, NO-Radikale, Vitamin-Radikale. Es stellt sich die Farge: Sind es tatsächlich Radikale, die den Indikator zerstören, oder reagiert der Radikalbildner selber?

Oder reagiert die Testsubstanz mit dem Indikator? Eigentlich müsste jeder Ansatz auch auf eine Negativprobe genormt werden. Diese klärt zwar immer noch nicht eine Reaktion des Indikators mit dem Radikalbildner, aber zumindest, die Wirkung der Testsubstanz auf den Indikator. Bei einem Stoffgemisch könnte jede einzelne Substanz mit dem Indikator reagieren. Im Grunde ist unklar, ob Antioxidativität gemessen wird. Diese wird bestenfalls indirekt gemessen. Gemessen wird die Schutzwirkung auf eine fluoreszierende Substanz vor einem Initiatorstoff, der einen Abbau an Fluoreszenz initiiert. Unter Annahme, dass der Initiatorstoff den Abbau der Fluoreszenz durch Sauerstoffradikale verursacht, wird indirekt auf die ORAC geschlossen.

ORAC-Werte werden/wurden häufig angewendet, um die antioxidativen Eigenschaften von Lebensmitteln zu bestimmten. Zu betonen ist, dass es sich um eine in-vitro-Messung handelt, die nicht unbedingt einen Hinweis auf in-vivo-Eigenschaften der zu testenden Substanz geben muss.Das hat nicht nur mit der Bioverfügbarkeit der Substanz zu tun, sondern auch damit, dass diese im (inter-/intra-)zellulären Kontext andere Eigenschaften aufweisen kann, als im Testansatz und wie oben erwähnt durch den Unterschied der ROS im Versuchsansatz zu den ROS, wie sie in der Zelle vorkommen.

Die Bedeutung von ORAC-Werten von Lebensmitteln für die Ernährungsberatung oder in der Anti-Aging-Therapie ist äußerst fragwürdig.

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