Exenteration
von altgriechisch: ἔντερον ("enteron") - Eingeweide
Synonyme: Exenteratio, Ausweidung
Definition
Als Exenteration bezeichnet man die (radikale) operative Entfernung von Eingeweiden. Der Begriff wird in der Viszeralchirurgie häufig synonym mit Eviszeration verwendet, ist jedoch nicht in allen Fachgebieten bedeutungsgleich. In der Ophthalmologie bezeichnet die Exenteration z.B. die vollständige Ausräumung des Orbitatrichters einschließlich des Bulbus.
Beispiele
Exenteratio pelvis
Bei der Exenteratio pelvis werden die Organe des kleinen Beckens (Pelvis) – darunter Harnblase, Vagina, Scheidenvorhof und Enddarm – en bloc entfernt. Je nach Ausdehnung unterscheidet man eine anteriore (Harnorgane), posteriore (Rektum) und totale Variante. Hauptindikation sind lokal fortgeschrittene oder rezidivierte maligne Tumoren im Bereich des kleinen Beckens, z.B. Zervixkarzinome oder Rektumkarzinome.
Exenteratio orbitae
Die Exenteratio orbitae bezeichnet die vollständige Ausräumung des Orbitainhalts. Im Gegensatz zur Eviszeration des Bulbus (bei der die Sklera erhalten bleibt) und zur Enukleation (Entfernung des Bulbus) wird hier der gesamte Inhalt des Orbitatrichters entfernt: Bulbus, Augenmuskeln, retrobulbärer Fettkörper, Tränendrüse und ggf. auch Lider sowie periostale Strukturen. Die Exenteratio orbitae stellt damit in der Ophthalmologie den radikalsten orbitachirurgischen Eingriff dar und ist primär bei malignen Tumoren mit orbitaler Infiltration indiziert. Beispiele sind Tränensackmalignome, die orbitale Invasion eines Lidhautmelanoms oder das Retinoblastom.