Erythrozytopenie
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LoslegenSynonym: Erythropenie
Englisch: erythrocytopenia, erythropenia
Definition
Als Erythrozytopenie bezeichnet man eine Verminderung der Zahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut unterhalb des jeweiligen Referenzbereichs.
Das Gegenteil der Erythrozytopenie ist die Erythrozytose, die jedoch allgemein Polyzythämie genannt wird.
Hintergrund
Eine Erythrozytopenie ist nicht mit einer Anämie gleichzusetzen. Vor allem bei der häufigen Eisenmangelanämie ist die Erythrozytenzahl trotz ausgeprägter Anämie häufig normal, während der Hämoglobingehalt und das Volumen der einzelnen Erythrozyten (MCH, MCV) stark vermindert sind.
Für die Diagnose einer Anämie ist deshalb primär die Verminderung der Hämoglobinkonzentration bzw. des Hämatokrits maßgeblich, nicht die Erythrozytenzahl. Die Erythrozytenzahl muss zusammen mit Hämoglobinkonzentration, Hämatokrit und den Erythrozytenindizes (MCH, MCV, und MCHC) beurteilt werden.
Anhand des MCV können Anämien grundsätzlich in folgende Gruppen eingeteilt werden:
Ursachen
Eine Erythrozytopenie kann über verschiedene Mechanismen entstehen:
- verminderte Bildung im Knochenmark – z.B. bei Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Folsäuremangel, renaler Anämie (Erythropoetin-Mangel), aplastischer Anämie oder myelodysplastischem Syndrom
- gesteigerter Verlust – bei akuter oder chronischer Blutung
- gesteigerter Abbau – bei Hämolyse (hämolytische Anämien)
- Verteilungs- bzw. Verdünnungseffekte – z.B. bei Hypervolämie oder Hämodilution (relative Erythrozytopenie ohne echten Zellverlust)
Diagnostik
Bei einer Erythrozytopenie richtet sich die weitere Abklärung nach Hämoglobin, Hämatokrit und den Erythrozytenindizes. Je nach Befundkonstellation sind unter anderem folgende Laborparameter hilfreich:
- Retikulozyten und Retikulozytenhämoglobin
- Ferritin und weitere Parameter des Eisenstoffwechsels
- Vitamin B12
- Folsäure
- Serumkreatinin bzw. Beurteilung der Nierenfunktion
Die Retikulozytenzahl gibt bei bestehender Anämie Hinweise darauf, ob eine verminderte Erythrozytenproduktion (hyporegeneratorisch) oder ein gesteigerter Erythrozytenverlust bzw. -abbau (hyperregeneratorisch) vorliegt.
Referenzbereiche
Die unteren Grenzwerte, ab denen von einer Erythrozytopenie gesprochen wird, sind alters-, geschlechts- und methodenabhängig. Als grobe Orientierung für Erwachsene gelten:
- Frauen: ca. 4,0–5,4 Mio/µl
- Männer: ca. 4,5–5,9 Mio/µl
Verbindlich sind stets die vom jeweiligen Labor angegebenen Referenzbereiche.
Hinweis: Referenzwerte sind häufig vom Messverfahren abhängig und können von den o.a. Werten abweichen. Ausschlaggebend sind die Referenzwerte, die vom Labor angegeben werden, das die Untersuchung durchführt.
Literatur
- Thomas L. Labor und Diagnose. TH-Books.
- Herold G et al. Innere Medizin. Eigenverlag.