Diffusionskoeffizient
Definition
Der Diffusionskoeffizient, kurz D, ist eine physikalische Größe, die die Diffusionsfähigkeit eines Stoffes in einem Medium beschreibt. Er ist die Proportionalitätskonstante im Fick'schen Diffusionsgesetz und gibt an, wie schnell sich Teilchen entlang eines Konzentrations- bzw. Partialdruckgradienten ausbreiten.
Formel
Der Diffusionskoeffizient ist ein Maß für die Beweglichkeit der Teilchen. Er lässt sich nach der Nernst-Einstein-Beziehung aus dem durchschnittlichen Quadrat der zurückgelegten Wegstrecke (Brownsche Bewegung) pro Zeit ermitteln:
In das 1. Fick’sche Gesetz geht der Diffusionskoeffizient wie folgt ein:
mit:
- V: Diffusionsstrom
- D: Diffusionskoeffizient
- A: Austauschfläche
- d: Diffusionsstrecke
- P₁ − P₂: Partialdruckdifferenz
Krogh’scher Diffusionskoeffizient
Für Gase in biologischen Systemen wird häufig der Krogh’sche Diffusionskoeffizient verwendet. Er berücksichtigt neben der Diffusionsfähigkeit auch die Löslichkeit eines Gases im Gewebe. Er erklärt, warum Kohlenstoffdioxid trotz geringerer Partialdruckgradienten deutlich schneller diffundiert als Sauerstoff.
Einflussfaktoren
Der Diffusionskoeffizient ist abhängig von:
- Molekülgröße (kleinere Moleküle diffundieren schneller)
- Temperatur
- Viskosität des Mediums
- Löslichkeit des Stoffes (v.a. bei Gasen)
= Einheit
Die SI-Einheit des Diffusionskoeffizienten ist:
- m²/s
In biologischen Systemen werden häufig auch cm²/s verwendet.
Klinische Bedeutung
Der Diffusionskoeffizient ist eine zentrale Größe für den Gasaustausch in der Lunge. Veränderungen der Diffusionseigenschaften spielen u.a. eine Rolle bei:
Literatur
- Allgemeine Mikrobiologie. Fuchs G, Hrsg. 11., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021. doi:10.1055/b000000100
- Taschenatlas Physiologie. Silbernagl S, Despopoulos jr. A, Draguhn A, Hrsg. 9., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. doi:10.1055/b-006-149287