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Attribution

1 Definition

Als Attribution wird in der Psychologie das Zuschreiben von Ursachen für erfolgreiches bzw. erfolgloses Handeln oder im Allgemeinen das Zuschreiben von Ursachen für Handlungen und Verhaltensweisen verstanden.

2 Formen

Unterschieden werden innere und äußere Attribution:

  • Innere Attribution: Ursache für ein Verhalten oder eine Handlung wird auf Eigenschaften bzw. Motive der Person attribuiert.
  • Äußere Attribution: Die Ursache für ein Verhalten bzw. eine Handlung wird in äußere Umständen gesehen.

3 Diskussion

Wir haben die ausgeprägte Neigung, andere Menschen in grobe Kategorien einzuteilen. Diese Neigung entstand, damit wir einen Überblick über unsere komplizierten sozialen Beziehungen zu anderen Menschen, mit denen wir zu tun haben, behalten können.

Da wir in unseren Leben mit so vielen Menschen zu tun haben, zwingt es uns, zu schematischen Wahrnehmungen, Denken und Urteilen und damit zur Verzerrung der sozialen Wirklichkeit. Wir sehen Verhaltensweisen und Personen durch kausale Beziehungen miteinander verbunden.

Zwischen vielen Verhaltensweisen und Individuen, die wir beobachten, versuchen wir nicht, Kausalbeziehungen herzustellen, weil wir bereits „wissen“, warum sie miteinander gekoppelt sind. Wir denken gewöhnlich nicht darüber nach, warum zwei Menschen Arm in Arm zur Schule gehen. Wir fragen uns nicht, warum der Fußgänger in der Kleinstadt die Hauptstraße entlang schlendert, während Fußgänger in der Großstadt gehetzt über die Straße laufen. Wir reagieren automatisch auf das Lächeln einer Freundin mit unserem eigenen Lächeln. Unser Interesse erwacht nicht, wenn wir beobachten, dass sich alle Leute, die einen Lift betreten, sofort umdrehen und der Tür zuwenden.

Alle Verhaltensweisen bedürfen keiner Erklärung, weil sie von Konventionen und sozialen Normen gesteuert (d.h. „verursacht“) sind. All dies deckt sich mit unseren Erwartungen. Wir denken nicht darüber nach und wir reagieren, falls überhaupt, automatisch darauf. Es stimmt auch, dass keine dieser Verhaltensweisen besonders aufschlussreich in Bezug auf die Menschen ist, an denen wir sie beobachten; es sind ganz gewöhnliche Verhaltensweisen, wie sie gewöhnlich von gewöhnlichen Leuten praktiziert werden.

Aber was wäre, wenn das Arm in Arm gehende Paar aus zwei Männern bestünde? Und was wäre, wenn der Fußgänger in der Kleinstadt durch die Straßen rennt und ein Fußgänger in der Großstadt sich des militärischen Parademarsches bedient? Was wäre schließlich, wenn uns eine anziehende unbekannte Person des anderen Geschlechts zulächeln würde (Was würde man nicht sehr schnell über diese Person vermuten?)?

In all diesen Fällen merken wir auf, fragen wir nach dem Grund und entwickeln eine erklärende Hypothese oder eine vorläufige Deutung. Kurz, wir schließen uns den beobachteten Verhalten auf eine Ursache. Wir neigen oft zu der Annahme, das Verhalten das wir beobachtet haben, typisch für die Art und Weise sei, wie sich diese Person immer benimmt, insbesondere, wenn das Verhalten ungewöhnlich ist.

In ähnlicher Weise hängen Fähigkeiten und Absichten miteinander zusammen. Menschen mit großen Fähigkeiten sind weniger eingeschränkt in dem, was sie tun können, als Personen mit geringeren Fähigkeiten. Das Verhalten von Personen mit großen Fähigkeiten wird deshalb eher als Spiegel ihrer Absichten gewertet. In vielen Fällen geben wir Menschen mit großen Fähigkeiten die Schuld für ihre Misserfolge, weil wir von ihnen erwarten, dass sie immer alles tun können, was sie wollen.

Wenn sie es nicht schaffen, dann schliessen wir, dass sie sich nicht bemüht haben. So werden beispielsweise viele Hochleistungssportler kräftig ausgebuht – viel eher als durchschnittliche Sportler, wenn sie nicht spektakuläre Leistungen bieten.

Obwohl Attributionen auf Informationen beruhen, werden sie von unseren Wünschen und Bedürfnissen beeinflusst, und wir sehen oft, was wir sehen „wollen“.

Die Eigenschaft, die wir durch eine persönliche Attribution „erhalten“, kann in unseren implizierten Persönlichkeitstheorien eingebaut werden, um ein vollständiges und einheitliches Bild des Menschen zu erhalten, den wir beobachtet haben. Auch in dieser Hinsicht können wir versuchen, logisch vorzugehen und uns von benennbaren Regeln leiten zu lassen, wenn wir Informationen über Eigenschaften miteinander kombinieren; statt dessen sind wir jedoch sehr voreingenommen und machen Beurteilungsfehler, insbesondere hinsichtlich unserer bevorzugten Eigenschaften.

Tags:

Fachgebiete: Psychologie, Psychotherapie

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