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Os ischii

Synonym: Sitzbein
Englisch: ischium, ischium bone

1 Definition

Das Os ischii oder Sitzbein ist ein Teil des knöchernen Beckens. Es bildet gemeinsam mit dem Darmbein (Os ilium) und dem Schambein (Os pubis) das Hüftbein (Os coxae).

2 Anatomie

Das Os ischii besteht aus einem Körper (Corpus ossis ischii) und einem oberen und unteren Sitzbeinast (Ramus superior ossis ischii und Ramus inferior ossis ischii).

Hinweis: Von manchen Autoren wird nur ein Sitzbeinast definiert, der dann dem hier besprochenen Ramus superior ossis ischii und dem Ramus inferior ossis ischii entspricht.

2.1 Corpus ossi ischii

Der Körper des Os ischii bildet den posterioren Teil der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum). An seinem hinteren Rand (Margo posterior) findet man folgende Strukturen:

2.2 Ramus superior ossis ischii

Der Ramus superior ossis ischii (oberer Sitzbeinast) bildet mit dem Ramus superior ossis pubis (oberer Schambeinast) die kraniale Begrenzung des Foramen obturatum. Er läuft vom Sitzbeinkörper aus nach inferior und posterior. Er weist drei Seiten auf: eine Facies externa, eine Facies interna und eine Facies posterior.

Die Facies externa hat eine etwa viereckige Grundfrom. An ihrem oberen Ende befindet sich ein Sulkus für die Sehne des Musculus obturatorius externus. Der untere Teil geht in den Ramus inferior über. Vorne wird sie durch den hinteren Rand des Foramen obturatum begrenzt. Hinten trennt sie eine prominente Knochenkante von der Facies posterior. Vor dieser Kante liegt der Ursprung des Musculus quadratus femoris. Noch weiter anterior entspringen einige Fasern des Musculus obturatorius externus. Am unteren Ende der Fläche hat der Musculus adductor magnus seinen Ursprung.

Die Facies interna des oberen Sitzbeinastes bildet einen Teil der Knochenwand des kleinen Beckens. Vorne wird sie ebenfalls durch den hinteren Rand des Foramen obturatum begrenzt. Unten geht sie in den Ramus inferior über und wird durch eine scharfe Knochenkante begrenzt, die der sichelförmigen Verlängerung des Ligamentum sacrotuberale als Ansatz dient. In diesem Bereich setzen haben auch der Musculus transversus perinei superficialis und der Musculus ischiocavernosus ihren Ursprung.

Auf der Facies posterior erhebt sich ein großer Knochenhöcker, der Sitzbeinhöcker (Tuber ischiadicum).

2.3 Ramus inferior ossis ischii

Der abgeplattete Ramus inferior ossis ischii geht aus dem Ramus superior hervor und bildet mit dem Ramus inferior ossis pubis (unterer Schambeinast) die kaudale Begrenzung des Foramen obturatum.

Die Facies externa ist uneben und dient dem Musculus obturatorius externus und einigen Fasern des Musculus adductor magnus als Ursprung. Die Facies interna formt einen Teil der Vorderwand des kleinen Beckens. Ihr medialer Rand ist dick und zeigt zwei Knochenkanten, die auf dem auf dem unteren Schambeinast weiterlaufen, sowie eine dazwischen liegende Vertiefung.

Die äußere Kante dient als Ansatz für die oberflächliche Dammfaszie (Fascia perinei superficialis), die innere als Befestigung für die innere Faszie des Diaphragma urogenitale. Zwischen ihnen liegt der Ursprung des Musculus transversus perinei profundus.

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Fachgebiete: Leibeswand

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