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Neurotensin

von griechisch: neuron - Nerv und lateinisch: tensio - Spannung
Synonyme/Abkürzungen: NTS, NMN-125, NN, NT, NT/N, NTS1
English: neurotensin

1 Definition

Neurotensin ist ein Neurotransmitter, der im Zentralnervensystem und im Dünndarm wirkt.

2 Struktur

Das Protein besteht aus 13 Aminosäuren und hat die Summenformel: C78H121N21O20. Die C-terminale Region ist verantwortlich für die biologische Aktivität, während die N-terminale Region eine regulatorische Funktion einnimmt.

3 Synthese

Neurotensin wird als Teil eines 169-170 Aminosäuren langen Präkursor-Proteins erstellt, das auch das Neuropeptid Neuromedin N enthält, das Ähnlichkeiten mit Neurotensin in der C-terminalen Region besitzt.[1] [2]

4 Funktion

Neurotensin kommt im Zentralnervensystem vor allem im Hypothalamus, in den Amygdala und im Nucleus accumbens vor, wo es verschiedene modulierende und regulatorische Rollen einnimmt.

4.1 ZNS

Neurotensin nimmt an der Regulation der hypophysären Prolaktin- und LH-Sekretion teil. Außerdem hat es Einfluss auf das dopaminerge System und wirkt antipsychotisch. Desweiteren ist es an der Regulation der Körpertemperatur, des Essverhaltens, der Fortbewegung und der Analgesie beteiligt.[3]

4.2 Dünndarm

In den enteroendokrinen Zellen im Dünndarm wirkt Neurotensin regulatorisch auf die Sekretion, die Kontraktion der glatten Muskulatur und die Glucagonfreisetzung.[4]

5 Physiologie

Neurotensin vermittelt seine Effekte über drei Rezeptoren. NTS1 und NTS2 sind G-Protein-gekoppelten Rezeptoren mit sieben Transmembrandomänen, während NTS3 ein Membranrezeptor mit einer membrandurchspannenden Domäne ist.

6 Klinik

Neurotensin ist ein starkes Mitogen und es gibt Hinweise, dass der Neurotransmitter an der Entwicklung von Dickdarmkrebs beteiligt ist.[5] Neurotensin moduliert das dopaminerge System und induziert antipsychotische Effekte, was vermuten lässt, dass Neurotensin als ein endogenes Neuroleptikum wirkt.

7 Quellen

  1. Dobner PN et al. Cloning and sequence analysis of cDNA for the canine neurotensin/neuromedin N precursor. Proc Natl Acad Sci USA; 1987
  2. Kislauskis E et al. The rat gene encoding neurotensin and neuromedin N. Structure, tissue-specific expression, and evolution of exon sequences. J Biol Chem; 1988
  3. Katz LM et al. Neurotensin-induced hypothermia improves neurologic outcome after hypoxic-ischemia. Crit Care Med; 2004
  4. Friry C et al. Production of recombinant large proneurotensin/neuromedin N-derived Peptides and characterization of their binding and biological activity. Biochem Biophys Res Commun; 2002
  5. Wang X et al. Curcumin inhibits neurotensin-mediated interleukin-8 production and migration of HCT116 human colon cancer cells. Clin Cancer Res; 2006

Fachgebiete: Neurologie

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