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Lymphdrainage

Synonyme: Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE), 2-Phasen-Therapie
Englisch: lymphatic drainage

1 Definition

Die Lymphdrainage ist eine Technik zur Behandlung von venös und oder lymphatisch gestauten Körperregionen, mittels manueller (vom Therapeuten per Hand) durchgeführten Techniken (manuelle Lymphdrainage) in Verbindung mit anderen physikalischen Therapien wie Entstauungsgymnastik, einer speziellen Kompressionsbandagierung sowie der Hautpflege und Infektionsprophylaxe.

2 Behandlungsablauf

Die Lymphdrainage findet typischerweise in 2 Phasen statt (2-Phasen-Therapie):

Phase 1: Die Entstauungsphase
Die Behandlung wird intensiv über einen begrenzten Zeitraum täglich durchgeführt. Die Dauer dieser Phase ist vom Schweregrad abhängig und kann zwischen 2 und 3 Wochen lang sein. In leichten Fällen (Stadium I und II) kann diese Phase ambulant in der Praxis durchgeführt werden. Bei Stadium III sollten Patienten auf jeden Fall stationär in einer speziellen lymphologischen Klinik behandelt werden.

Phase 2: Erhaltungsphase
Zum Ende von Phase 1 passt man einen maßgefertigten Kompressionsstrumpf an. Dieser konserviert den Therapieerfolg aus Phase 1 und soll täglich getragen werden. In Phase 2 ist also der Patient vorrangig selbst für den Therapieerhalt und -fortschritt verantwortlich. Neben der regelmässigen Infektionsprophylaxe, dem Tragen des Kompressionsstrumpfes und dem Durchführen der Entstauungsgymnastik kann er die betroffene Körperregion auch selbst bandagieren.
Eine regelmäßige Wiederholung von Phase 1 oder eine regelmäßig durchgeführte Serie manueller Lymphdrainagen mit Kompressionstherapie, erhält und verbessert das Therapieergebnis langfristig.

3 Techniken

3.1 Manuelle Lymphdrainage

Bei der manuellen Lymphdrainage führt der Therapeut, meist ein Masseur und med. Bademeister oder Physiotherapeut mit der Zertifikatsausbildung für Manuelle Lymphdrainage/KPE, mit seinen Händen verschiedene Grifftechniken durch. Sie lockern einerseits das Gewebe auf, zum anderen regen sie die Lymphknoten an, mehr lymphpflichtige Last zu transportieren (Erhöhung der Angiomotorik).

3.2 Kompressionstherapie

In der Kompressionstherapie wird durch lokalen Druck auf das venöse Beingefäßsystem die Fließgeschwindigkeit des Blutes gesteigert. Hierzu werden dem Patienten spezielle Strümpfe oder Bandagen angelegt, welche aus einem Baumwollschlauchverband, verschiedenen Polstermaterialien und mehrere Lagen Kurzzugbinden bestehen. Nach der manuellen Lymphdrainage dient die Kompression dem Erhalt und der weiteren Entstauung und sollte möglichst lange getragen werden - am besten bis zur nächsten Behandlung (s. Phase 1) am Folgetag.

Zeichnet sich kurzfristig keine weitere Verbesserung bei der Umfangsmessung ab, kann in der Erhaltungsphase (s. Phase 2) mit dem Tragen der Kompressionsbestrumpfung begonnen werden.

3.3 Hautpflege

Bei lymphatisch gestauten Körperregionen findet man meist mehrere cm tiefe Hautfalten welche durch schwitzen und die Körperwärme eine ideale Brutstätte für Pilze und andere Keime darstellt. Diese Hautfalten sollten regelmässig gereinigt und gepudert werden, um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten.

Daneben sollte dem Patienten auch der Hautschutz vermittelt werden, sprich das Vermeiden von Hautverletzungen, wie sie z.B. bei der Gartenarbeit (ohne Gummihandschuhe) vorkommen können.

3.4 Entstauungsgymnastik

Dieser Teil der Therapie wird in Phase 1 vermittelt und kann dann sowohl in der ersten als auch in der zweiten Phase der KPE vom Patienten selbstständig regelmäßig durchgeführt werden. Dabei empfiehlt es sich die Übungen unter Tragen der Kompression durchzuführen, weil so die Wirkung der Muskelpumpe maximiert werden kann.

Fachgebiete: Physiotherapie

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