Systemtheorie
Englisch: systems theory
Definition
Die Systemtheorie ist ein Teilgebiet der allgemeinen Kybernetik. Sie befasst sich mit der zeitlichen und räumlichen Dynamik von Wirkungsgefügen komplexer Systeme.
Hintergrund
Die Methoden der Systemtheorie bestehen im Wesentlichen in der mathematischen (analytischen) Beschreibung und der in silico-Modellierung.
Biologisch und medizinisch relevante Themen der Systemtheorie sind:
- Regelkreise
- Laterale Inhibition (Umfeldhemmung)
- Antagonistische Redundanz
- Reafferenzprinzip (Efferenzkopien)
Systembiologie
Die Anwendung der biologischen Systemtheorie auf den Metabolismus wird im allgemeinen als Systembiologie bezeichnet, die Spezialisierung auf Regulationsprozesse innerhalb des Stoffwechsels als Metabolic Control Analysis.
Systemmedizin
Wird die Systemtheorie zur Lösung medizinischer Fragestellungen verwendet, spricht man von Systemmedizin. Sie schließt die Untersuchung physiologischer und biochemischer Wirkungsgefüge ein. Ziele der Systemmedizin sind u.a.:
- ein besseres Verständnis der Mechanismen von Gesundheit und Krankheit,
- die Entwicklung diagnostischer Verfahren (siehe Strukturparameter-Inferenz-Ansatz) und
- die Bereitstellung von Algorithmen für die automatisierte Therapie (z. B. Closed-Loop-Insulinpumpen).