Englisch: QRS complex


Der QRS-Komplex ist ein Kurvenbestandteil des Elektrokardiogramms. Er besteht normalerweise aus drei Elementen:
Der QRS-Komplex zeigt die Erregungsausbreitung im Ventrikelmyokard des Herzens von seiner Basis zur Spitze bis hin ins Ventrikelseptum.
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Der negative Beginn des QRS-Komplexes wird als Q-Zacke bezeichnet und sollte physiologischerweise nicht länger als 40ms andauern. Ihre Amplitude sollte dabei nicht größer als ein viertel der folgenden Amplitude der R-Zacke sein.
Darauf folgend ist die R-Zacke mit positivem Ausschlag zu erkennen. Ihre Form sollte schmal und steil sein. Form und Amplitude sind variabel je nach Lage der elektrischen Herzachse. Abschließend ist noch die S-Zacke zu nennen, welche wieder einen negativen Ausschlag wie die Q-Zacke zeigt und meist eine relativ kleine Amplitude aufweist.
Die Dauer von R-Zacke und S-Zacke sollte zusammen 60 ms nicht überschreiten.
Die physiologische Dauer des QRS-Komplexes ist frequenzabhängig, sollte aber 100 ms nicht überschreiten. Sie ist genau wie die Breite des Komplexes ebenfalls alters- und geschlechtsabhängig. Zeitlich folgt der QRS-Komplex auf die P-Welle.
In den Extremitätenableitungen hat der QRS-komplex eine mittlere Höhe von 1 mV, in den präkardialen Brustwandableitungen zwischen 1-3 mV.
Verschiedene Veränderungen des QRS-Komplexes können auf diverse pathologische Veränderungen und Vorgänge am Myokard hinweisen.
Hat die Q-Zacke eine pathologisch verlängerte Dauer oder eine erhöhte Amplitude, so kann dies auf einen abgelaufenen Myokardinfarkt hinweisen. Dieses Bild tritt in Phase 4 des Myokardinfarktes auf und kann über Jahre hinweg erhalten bleiben, ist so also kein Ausdruck eines akuten Infarktes.
Eine ähnliche Veränderung der Q-Zacke kann auch bei Neugeborenen auftreten und ist hier mögliches Kennzeichen für eine Septumhypertrophie.
Ist die R-Zacke pathologisch verbreitert, hat also eine verlängerte Dauer, oder zeigt in ihrem Verlauf Einkerbungen, so ist dies als Zeichen für eine Störung der Erregungsausbreitung am Ventrikel. Sie treten oft in Folge eines Schenkelblockes auf. Eine Verminderung der Amplitude der R-Zacke (R-Verlust) kann ebenfalls ein Hinweis für einen vergangenen Myokardinfarkt sein.
Eine Verlängerung der QRS-Dauer über 0,1 s bei Sinusrythmus ist definitionsgemäß als Schenkelblock zu betrachten. Verbreiterungen des QRS-Komplex können auch bei einer Extrasystole auftreten.


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