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Lungenkapillaren-Verschlussdruck

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Version vom 11. Januar 2006, 02:13 Uhr von Emrah Hircin
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Synonym: Wedge-Druck, PCWP (pulmonal capillary wedge pressure)
Englisch: wedge pressure

1. Definition

Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck ist ein mit dem Pulmonaliskatheter zu bestimmender Druck, der indirekt eine Bestimmung des enddiastolischen Druckes im linken Ventrikel des Herzen erlaubt.

2. Technik

Der Pulmonaliskatheter wird über einen venösen Zugang in den rechten Ventrikel vorgeschoben. Der an der Spitze des Katheters gelegene Ballon wird mit etwa 1 ml Luft aufgepumpt. Der Ballon wandert durch die Aktionen des schlagenden Herzen in die sogenannte Wedge-Position, das heisst er liegt fixiert in einem Ast der Pulmonalarterie.

3. Aussagekraft

Durch Einklemmung des Ballons in der Pulmonalarterie fließt in diesem Gefäß kein Blut in den Lungenkreislauf. Der so zu messende Druck entspricht dem endiastolischen Druck im linken Vorhof bzw. im linken Ventrikel. Damit kann auch ohne arteriellen Katheteter der Druck des Herzen bestimmt werden.

  • CAVE: Das Aufpumpen des Ballons und die Lage in der Wedge-Position sollte immer nur kurzfristig bis zum Abschluss der Messung beibehalten werden. Ansonsten droht ein Infarkt des "abgeklemmten" Lungenanteils.

3.1. Störfaktoren

Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck korreliert am gesunden und kranken Herzen eng mit den Drücken in linkem Vorhof und linker Kammer. Um Fehlinterpretationen und sinnlose Messungen zu vermeiden ist die Kenntnis von Störfaktoren bedeutsam:

  • Lungenkapillaren-Verschlussdruck nidriger als enddiastolischer Ventrikeldruck (PCWP < LVEDP) bei
    • Drücken über 25 mmHg im linken Vorhof
    • Aorteninsuffizienz (bedingt durch frühzeitigen Verschluss der Mitralklappe)
    • Rigidität des linken Ventrikels (beispielsweise im Sinne einiger Kardiomyopathien)
  • Lungenkapillaren-Verschlussdruck höher als enddiastolischer Ventrikeldruck (PCWP > LVEDP) bei
    • positiv endexspiratorischen Drücken (siehe: Überdruckbeatmung. PEEP) über 10 mmHg bzw. erhöhtem Atemwegswiderstand
    • Mitralstenose
    • Raumforderungen im linken Vorhof (Tumor, Thrombus)

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