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Drainagen in der Veterinärmedizin

Eine Drainage ist ein chirurgisches Hilfsmittel, welches zur Abführen von Exsudat, pathologischen Flüssigkeiten und Wundsekret dient.

1 Zweck

Es dient der Ableitung oder Absaugung von unerwünschten Flüssigkeiten oder Gasen in Wunden und Körperhöhlen. Es erwirkt den Abfluss für Wundsekret und/oder Totraumbekämpfung oder die Offenhaltung von Wundrändern. Generell müssen diese in ihrer Größe an den Patienten angepasst werden.

2 Indikation

  • bei stark kontaminierten Wunden
  • massiver Wundkontamination, Bsp. OP am Anus, OP in phlegmonös entzündetem Gewebe
  • Wunden mit Höhlen- oder Taschenbildung

Problem: sekundäre Kontamination, Emphysem, erhöhte posteriore Pflege

3 Formen der Drainage

3.1 Aktiv

  • Prinzip:Absaugung

Beispiel

  • Redon-Drainage: Absaugen von Flüssigkeiten mittels der Rückstellkraft des Saugbalgs, auch gegen die Schwerkraft, diese ist nach dem französischen Kieferchirurgen Henry Redon benannt. Diese ist aufgebaut aus einem wandstarken Drainageschlauch, der am Ende mehrfach durchlöchert ist, und einem unter Unterdruck stehenden Behälter. Durch einen aufgebauten Sog werden die Wundseiten zusammengezogen und damit eine Begünstigung des Zusammenwachsens. Je nach Produktion von Exsudat wird diese dann nach ca. 72 Stunden entfernt.


3.2 Passiv

  • Prinzip: Durch Kapillarwirkung oder Schwerkraft

Bespiele

  • Penrose-D: Silkolatex in verscheidenen Breiten, inenrhalb als auch außerhalb des Schlauches, Einziehen eines Gazestreifens in den Schlauch ( Zigarettendrainage) erhöht die Wirkung, ruft aber eine stärkere Gewebsreaktion hervor
  • Schlauch:verschiedene Längen, verschiedene Lochzahlen, Gummi, Silikon, PE, PVC, als aktive oder Passive


4 Technik

  • Nach Ernst von Bergmann: Partieller Wundverschluss mit Drainage
  1. Wunddébridement (medizinisches Vorgehen zur Entfernung von nekrotischem Gewebe) mit dem Ziel den Heilungsprozess zu initiieren
  2. Wundspülung
  3. Drainage einlegen
    1. Einlegen durch eine separate Öffnung an der tiefsten Stelle der Wundtasche
    2. Durchgreifen mit einer Pinzette und durchziehen bis zum proximalsten Wundrand
    3. Drainage wird nun nur oberhalb mit Einzelhelft über der Wunde festgenetzt, niemals über ganze Wunde
  4. Wundverschluss mit einer Kürschner-Naht
  5. Heilungsvorgang und regelmäßige Überprüfung, meist kombinierte Schonung und Antibiotikabehandlung
  6. Wundheilung weiter fortgeschritten, Entscheidung über Notwendigkeit der Drainage
  7. Ziehen der Drainage nur Lösen der Einzelheft und herausziehen
  8. Oft nocht Klammern, Schützen mit Pflaster und Überlassung zur Heilung


5 Nebenwirkungen und Probleme

Drainagen bieten trotz der positiven Abführung von pathologischen Flüssigkeiten auch generell eine zusätzliche Pforte und Kontaminationsmöglichkeit mit pathogenen Bakterien. Dies ist ein deutlicher und nicht zu unterschätzender Risikofaktor. Je länger Drainagen in einer Wunder verbleiben müssen, desto mehr verwachsen diese in den Wunden und umso schmerzhafter und problematischer wird das Entfernen.

Fachgebiete: Veterinärmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Januar 2012 um 13:05 Uhr bearbeitet.

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