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Muskuläre Dysbalance

von altgriechisch: δύς ("dys") - miss-, schlecht und französisch: balance - Gleichgewicht (ursprünglich lateinisch: bi - zwei und lanx - Schale, Teller; Waagschale)
Synonym: muskuläres Ungleichgewicht
Englisch: muscle imbalance, muscular imbalance

1 Definition

Die muskuläre Dysbalance bezeichnet ein pathologisch verändertes Längen-, Kraft- oder Spannungsverhältnis zwischen den muskulären Agonisten und Antagonisten eines Gelenks. Dadurch kommt es zur vermehrten Belastung des Gelenks.

2 Ursachen

Eine muskuläre Dysbalance ist meist die Folge einer falschen oder übermäßigen Beanspruchung der Muskulatur. Sie tritt u.a. bei dauerhafter einseitiger Belastung auf. Im Alltag können Sport, Bewegungsmangel sowie Verletzungen zu muskulären Dysbalancen führen.

Darübe hinaus neigen bestimmte Muskelgruppen aufgrund ihrer physiologischen Funktion zur Verkürzung oder Abschwächung. Beispielsweise erfüllt die Muskulatur des Rückens im aufrechten Stand vor allem eine tonische Funktion (Haltearbeit) und weist einen entsprechend hohen Grundtonus auf, während ihre Gegenspieler, die Muskel des Bauchs, vor allem phasische Funktionen erfüllen (Bewegungsarbeit) und zur Atrophie neigen. Seltener führen auch psychosomatische Ursachen, z.B. eine Dysponesis, zu einem dauerhaften Kräfteungleichgewicht in der Muskulatur.

3 Komplikationen

Die veränderten Kräfteverhältnisse können Komplikationen für die Muskulatur sowie das Gelenk und seinen Bandapparat auslösen, u.a. Muskelverspannungen, Tendopathien und Arthrosen.

4 Therapie

Zur Behandlung einer muskulären Dysbalance eignen sich physiotherapeutische Maßnahmen, z.B. die kontrollierte Dehnung verkürzter Muskeln.

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