Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Kollaterale

von lateinisch: cum (con) - zusammen; latus - Seite
Englisch: collateral

1 Definition

Unter Kollateralen versteht man in der Medizin Seiten- oder Nebenäste einer Leitungsbahn, die das gleiche Versorgungsgebiet adressieren. Die Bildung von Kollateralen heißt Kollateralisation.

2 Gefäßsystem

In der Angiologie werden Nebenäste von Arterien oder Venen, welche dieselbe Körperregion versorgen (Ersatzstrombahn), als Kollateralen oder auch Kollateralgefäße bzw. Vas collaterale bezeichnet. Kollateralen sind physiologisch vor allem in Gelenkregionen stark ausgeprägt, in denen es bewegungsbedingt zu einer vorübergehenden Verengung einzelner Gefäße kommen kann. Bei einem Verschluss oder einer Stenose des Hauptgefäßes funktionieren sie als Umgehungs- oder Kollateralkreislauf.

Arterien, die keine Kollateralen besitzen, werden als Endarterien bezeichnet. Ihr Verschluss kann nicht kompensiert werden und führt in jedem Fall zu einem Infarkt.

Eine Kollateralisation wird durch Sauerstoffmangel im Versorgungsgebiet oder Abflusshindernisse stimuliert. Sie kann positive (z.B. nach Myokardinfarkt) oder negative (z.B. bei portaler Hypertonie) Auswirkungen haben.

3 Nervensystem

Im Nervensystem werden Aussprossungen von Axonen - besonders im Rückenmark- als Axonkollateralen oder auch Kollateralfasern bezeichnet, die mit parallel laufenden Nervenfasern Synapsen bilden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

16 Wertungen (4.13 ø)

59.109 Aufrufe

Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: