Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Femurkopfnekrose

(Weitergeleitet von AFKN)

Synonyme: Hüftkopfnekrose, avaskuläre Nekrose des Hüftkopfes (AVN)

1 Definition

Eine Femurkopfnekrose ist eine Nekrose des Hüftkopfes (Caput femoris), die durch eine Durchblutungsstörung ausgelöst wird. Im Kindesalter wird sie auch Morbus Perthes (oder Calvé-Legg-Perthessche Erkrankung) genannt.

Grundsätzlich unterscheidet man die posttraumatische Femurkopfnekrose, die nach Fraktur des Oberschenkels entstehen kann, und die atraumatische Femurkopfnekrose, kurz aFKN, die spontan ohne vorheriges Trauma auftritt. Im weiteren Text wird die aFKN besprochen.

2 Epidemiologie

Die Hüftkopfnekrose tritt gehäuft bei Männern im mittleren Lebensalter auf, wobei häufig beide Seiten betroffen sind, der Befall jedoch zeitversetzt auftreten kann. Die Erkrankung tritt in Deutschland mit einer jährlichen Inzidenz von etwa 5.000 bis 7.000 Fällen auf.

3 Pathomechanismus

Die genaue Pathogenese der Hüftkopfnekrose ist noch ungeklärt. Der Pathomechanismus entspricht einer Knochennekrose durch Mangeldurchblutung.

Von der Hüftkopfnekrose sind oft nur Teile des Femurkopfes betroffen, wobei die Nekrose am häufigsten in der Druckaufnahmezone im vorderen Abschnitt des Hüftkopfes auftritt. Die Nekrose führt zur Osteolyse oder zur Verdichtung der Knochenstruktur. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung ist ein Zerfallen in Fragmente möglich. Die Erkrankung führt zu einer Deformität des Hüftkopfes und damit zu einer Inkongruenz des Hüftgelenkes. Dabei kann die Gelenkfläche einbrechen und eine Restitutio ad integrum unmöglich machen. Im Endstadium entsteht eine sekundäre Coxarthrose.

4 Risikofaktoren

Eine seltene Ursache der Hüftkopfnekrose ist die Taucherkrankheit (Caisson-Krankheit). Siehe auch Osteonekrose.

5 Symptome

Klinische Symptome sind belastungsabhängige Schmerzen in Hüftgelenk bzw. im Bereich der Leiste und gelegentlich im Kniegelenk. Weiterhin entwicklet sich zunächst eine scheinbare, später eine definitive Beinlängendifferenz bis zum Vollbild der deformierenden Coxarthrose.

Häufig besteht aufgrund der Schmerzen eine Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks sowie ein hinkendes Gangbild.

6 Diagnostik

6.1 Kernspintomographie

Diagnostisch ist die Magnetresonanztomografie (MRT) zielführend. Bereits im Frühstadium lassen sich in der Kernspintomographie Ausmaß und Lokalisation der Nekrose und eine intraossäre Ödembildung erkennen.

6.2 Röntgen

Im konventionellen Röntgenbild zeigen sich erst nach Wochen oder Monaten Veränderungen. Die Femurkopfnekrose imponiert zunächst durch eine fleckige Erscheinung, die durch die Kondensation und die Osteolyse bedingt ist.

Der nekrotisierte Bereich kann durch einen Sklerosesaum abgetrennt sein, wenn nur ein einzelner Abschnitt des Kopfes betroffen ist. Knöcherne Veränderungen an der Hüftpfanne sind möglich.

6.3 Sonographie

Sonographisch kann ein Gelenkerguss nachweisbar sein.

6.4 Labor

Es zeigen sich keine Veränderungen im Bereich der Laborwerte.

7 Stadieneinteilung

Mithilfe der Ergebnisse der Bildgebung kann die Femurkopfnekrose nach der ARCO-Klassifikation in fünf Stadien eingeteilt werden.

Stadium Röntgen- bzw. MRT-Veränderungen
Stadium 0 Keine radiol. Veränderungen. Alle bildgebenden Verfahren einschließlich MRT negativ, lediglich positive Histologie
Stadium I Röntgen negativ; MRT positiv
Stadium II Röntgen positiv (fleckförmige Verdichtungen, Hüftkopfkontur erhalten); MRT positiv;
Stadium III Subchondrale Fraktur im Röntgenbild
Stadium IV Zusätzlich sekundär arthrotische Veränderungen

Die Differenzierung zwischen ARCO-Stadium I und II beruht auf dem Röntgenbild. Im Stadium I oder II gibt keine spezifischen Befunde in der MRT oder CT, die eine Differenzierung ermöglichen.

8 Differentialdiagnose

9 Therapie

9.1 Konservativ

Die Femurkopfnekrose wird in den frühen Stadien (ARCO I-II) konservativ mit NSAR behandelt. Die Verwendung von Unterarmgehstützen für einige Zeit kann zweckmäßig sein. Eine Entlastung über Monate ist jedoch nicht sinnvoll.

Zusätzlich kann eine Gabe von Vasodilatatoren (Iloprost) oder Bisphosphonaten zur Reduktion des Schmerzes und des Knochenmarködems erwogen werden. Die Gabe dieser Wirkstoffe erfolgt off label.

9.2 Operativ

Insofern die Gelenkfläche noch nicht eingebrochen ist, kann eine Anbohrung des nekrotischen Areals zu einer verbesserten Durchblutung führen und die Beschwerden der Patienten lindern. Es wird angenommen, dass die Anbohrung ebenfalls eine Zerstörung der Gelenkfläche abwendet.

Bei einem bereits eingebrochenem, ventralen Nekroseherd verspricht die intertrochantäre Flektionsosteotomie eine Besserung der Beschwerden. Weiterhin kann die Implantation einer Hüftgelenkstotalendoprothese (Hüft-TEP) zur Behandlung eingesetzt werden, wobei hier aufgrund des relativ jungen Alters der Patienten zurückhaltend vorgegangen wird.

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Fachgebiete: Orthopädie

Fixed. Haben wir zusammengelegt und überarbeitet.
#2 am 09.03.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Gast
Liebes DocCheck-Team, es gibt zwei Artikel zu diesem Stichwort - diesen und den Artikel Hüftkopfnekrose. Grüße Christoph
#1 am 08.03.2018 von Gast (Arzt)

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