Synonym: CML


Als chronische myeloische Leukämie, kurz CML, wird eine neoplastische Erkrankung des blutbildenden Systems bezeichnet. Es treten vermehrt unreife Formen von Leukozyten im Blut auf. Bei dieser Form der Leukämie sind die myeloischen Zellreihen betroffen, was auf die Granulozyten, Monozyten, Thrombozyten (bzw. Megakaryozyten) und Erythrozyten zutrifft.
Die CML ist eine Form des myeloproliferativen Syndroms, das in vier verschiedene Typen unterteilt wird:
Die genaue Ursache der chronisch myeloischen Leukämie ist unbekannt. Es liegt eine maligne Entartung der pluripotenten Stammzellen des Knochenmarks vor. Als auslösende Faktoren werden Benzol, ionisierende Strahlung, Viren oder die Behandlung mit Chemotherapeutika diskutiert.
Die CML betrifft hauptsächlich Erwachsene zwischen dem Alter von 40 und 60 Jahren, 60% der Erkrankten sind Männer. Pro Jahr gibt es in Deutschland etwa 1 Fall pro 100.000 Einwohner. Ein Viertel der Leukämiefälle bei Erwachsenen sind chronisch myeloisch.
In etwa 90% der CML-Fälle wird das nach seinem Entdeckungsort benannte Philadelphia-Chromosom (Ph) gefunden. Dieses kleine atypische Chromosom 22 liegt eine reziproke Translokation von Bruchstücken der Chromosomen 9 und 22 auf der Stammzellebene zugrunde. Das Philadelphia-Chromosom wird außerdem auch bei etwa 20% der erwachsenen Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) gefunden. Dieses atypische Chromosom wird im wesentlichen für die Entstehung der Krankheit verantwortlich gemacht.
Die genetische Störung der leukämischen Stammzelle führt nach Ablauf einiger Jahre zu einer Dominanz des Zellklons, der das Philadelphia-Chromosom aufweist. Die normale Hämatopoese wird dadurch sukzessive unterdrückt.
Grundsätzlich wird die CML in drei Krankheitsphasen unterteilt:
In einer Blastenkrise verhält sich die Krankheit so wie eine akute Leukämie und endet meistens tödlich.
Der Beginn der Krankheit verläuft über Jahre meistens völlig asymptomatisch. Im weiteren Verlauf treten oft Allgemeinsymptome wie Unwohlsein, Fieber, Nachtschweiß, Leistungsminderung, und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte auf. In fortgeschrittenen Stadien besteht eine Splenomegalie, die von einem Druckgefühl im linken Oberbauch begleitet sein kann. Bei manchen Patienten lässt sich im Bereich des Sternum ein Klopf- oder Kompressionsschmerz auslösen.
Bie stark erhöhten Leukozytenzahlen kommt es gelegentlich zu Milzinfarkten oder retinale Venenverschlüssen, die durch leukämische Thromben bedingt sind.
Bei Verdacht auf CML sollte eine mikroskopische Untersuchung des Blutes ( Differentialblutbild) erfolgen. Dabei fallen im Fall einer CML folgende Dinge auf:
Hohe Leukozytenzahlen sind unter Umständen schon in Form einer breiten Leukozytenmanschette bei der Blutsenkung erkennbar.
Die Knochenmarkpunktion zeigt eine deutliche Vermehrung der Promyelozyten und Myelozyten.
Das Ziel der Therapie ist eine weitgehende Normalisierung des Blutbildes im Sinne einer Remission. Als therapeutische Optionen kommen - allein oder in Kombination - unter anderem in Betracht:
Die Auswahl der geeigneten Therapie ist im Wesentlichen abhängig vom Lebensalter des Patienten und vom Krankheitsstadium.
Die 10-Jahres-Überlebensraten der CML liegen abhängig von der gewählten Therapie zwischen 40 und 55%.




![]() | Leukämie bei Erwachsenen 18.03.2009, DocCheck TV Redaktion Dauer: 19:36 min |
![]() | Die Therapie der akuten myeloischen Leukämie 18.03.2009, DocCheck TV Redaktion Dauer: 28:41 min |
![]() | Leukämie bei Kindern 18.03.2009, DocCheck TV Redaktion Dauer: 20:43 min |
![]() | Ein Brief aus dem Krankenhaus 18.03.2009, DocCheck TV Redaktion Dauer: 15:38 min |


|
Daten werden geladen... |
