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Zervixkarzinom: Unterschied zwischen den Versionen

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==Histopathologie==
 
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Version vom 8. Juli 2007, 20:31 Uhr

Synonym: Kollumkarzinom, Gebärmutterhalskrebs
Englisch: cervical carcinoma

1 Definition

Das Zervixkarzinom ist eine maligne Entartung des Gebärmutterhalses. Das Zervixkarzinom ist mit einer Inzidenz von jährlich weltweit circa 500.000 Betroffenen die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau.

2 Risikofaktoren

2.1 Humanes-Papilloma-Virus (HPV)

Eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (z.B. HPV Typ 16 und 18) ist, so weiß man heute (2007), eindeutig Vorraussetzung zur Entstehung eines Zervixkarzinoms. Dabei ist das Virus nicht alleiniger Verursacher, aber Krankheits-Grundlage für verschiedene Co-Risikofaktoren. HPV wird durch Sexualkontakte übetragen.

2.2 CIN (Cervical intraepithelial neoplasia)

Bei persistierender HPV-Infektion können sich zervikale intraepitheliale Neoplasien bilden. Sie stellen eine Präkanzerose dar.

2.3 Sonstige

Promiskuität Multiparität (Schwangerschaften) Smegma des Mannes

3 Histopathologie

In der Histopathologie lassen sich Karzinome verschiedener Gewebearten differenzieren:

  • Epitheliale Tumoren
  • glanduläre Karzinome
  • Andere Tumoren/Mischtumoren (in 5 % der Fälle)
    • Adenosquamöser Tumor
    • Adenoid-zystischer Tumor
    • Adenoid-basalzelliger Tumor
    • Karzinoider Tumor
    • Kleinzelliger Tumor
    • Undifferenzierter Tumor
    • endozervikaler Stromatumor

4 Metastasierung

Eine lymphogene Metastasierung tritt früh auf, v.a. in die Parametrien und Beckenlymphknoten. Relativ spät tritt hingegen eine hämatogene Metastasierung auf, dann erfolgt vornehmlich der Befall von Leber, Lunge und Skelett.

5 Klinik

Im frühen Stadium macht das Zervixkarzinom, bzw. seine Vorstadien keine Symptome. Die Krebsfrüherkennung in Form des gynäkologischen Abstriches hat daher in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Durch diese Möglichkeit, Dysplasien frühzeitig nachzuweisen und zu behandeln ist das Zervixkarzinom nicht mehr der häufigste gynäkologische Tumor.

Ab einer gewissen Größe und Ausdehnung des Tumors können folgende Symptome auftreten:

6 Diagnose

7 Stadieneinteilung

Die Einteilung des Zervixkarzinoms erfolgt nach der TNM-Klassifikation und den Kriterien der FIGO (Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique):

TNM FIGO Tumorausdehnung
TX - Primärtumor nicht beurteilbar
     
Tis 0 Carcinoma in situ
T1 I Tumor begrenzt auf Uterus
T1a IA Mikroskopische Diagnosen
T1a1 IA1 Tumor </= 3 mm tief, </= 7 mm breit
T1a2 IA2 Tumor </= 3 - 5 mm tief, </= 7 mm breit
T1b IB Makroskopisch sichtbar, > als T1a2
T1b1 IB1 </= 4 cm
T1b2 IB2 > 4 cm
     
T2 II Ausdehnung jenseits des Uterus, Beckenwand und Vagina frei
T2a IIA Parametrium frei
T2b IIB Parametrium befallen
     
T3 III Ausdehnung bis Beckenwand
T3a IIIA Befall des unteren Vaginaldrittels
T3b IIIB Beckenwandbefall, Hydronephrose
     
T4 IVA Harnblase und/oder Rektum infiltriert
     
M1 IVB Fernmetastasen
     

Eine weitere Einteilung kann nach UICC (Union internationale contre le cancer) erfolgen.

8 Prophylaxe

Die Prophylaxe des Zervixkarzinoms erfolgt mit HPV-Impfstoffen, die seit 2007 in Deutschland erhältlich sind (Handelsname: Gardasil®). Die Impfung soll spätestens vor Erreichen der Geschlechtsreife, d.h. vor Aufnahme sexueller Aktivitäten und dem damit verbundenen Erstkontakt mit dem Virus erfolgen. Der Impfstoff wird dreimal innerhalb von 6 Monaten i.m. verabreicht, eine Auffrischimpfung nach 10 Jahren wird empfohlen.

Durch die Vakzine werden vollständig geimpfte Frauen vor den HP-Virustypen 6, 11, 16 und 18 geschützt. Die Erfolgsquote der Impfung wird mit ca. 70% angegeben. Ob eine Impfung in späteren Lebensjahren ebenfalls sinnvoll ist, ist zur Zeit (2007) Gegenstand weiterer klinischer Prüfungen.

9 Therapie

Die Therapie des Zervixkarzinoms hängt von der Ausdehnung und Größe des Tumors, aber auch vom Alter und der Belastbarkeit der Betroffenen ab.

9.1 Operative Therapie

Standardtherapie ist die Hysterektomie, je nach Stadium mit Parametrien, Resektion des oberen Scheidendrittels und paraaortaler und pelviner Lymphonodektomie (nach Wertheim-Meigs).

9.2 Radiochemtoherapie

In früheren Jahren wurde die alleinige Strahlentherapie eingesetzt und als eine der Operation gleichwertige Methode angesehen. Nach zahlreichen Studien zieht man heute die kombinierte Radiochemotherapie der alleinigen Strahlentherapie vor. Hier konnten eindeutig bessere Ergebnisse und eine Senkung des Rezidiv-Risikos erzielt werden. Die Radiochemotherapie erfolgt hierbei als Kombination von Bestrahlung und platinhaltigen Chemotherapeutika (z.B. Cisplatin).

Fachgebiete: Gynäkologie, Onkologie

Diese Seite wurde zuletzt am 12. Januar 2021 um 10:50 Uhr bearbeitet.

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