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Zerebraler Blutfluss

Version vom 13. Februar 2005, 20:34 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Hirndurchblutung, Gehirndurchblutung, ZBF
Englisch: cerebral blood flow, CBF

Der zerebrale Blutfluss ist die Grundlage für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Nervenzellen des Gehirns. Beim gesunden Erwachsenen durchströmen ca. 15% des Herzzeitvolumens das Gehirn und sein umgebendes Gewebe - das entspricht etwa 700 ml Blut pro Minute.

1 Physiologie

Der zerebrale Blufluss wird durch den mittleren arteriellen Druck (MAP), den intrakraniellen Druck (ICP) und den zerebralen Gefäßwiderstand (CVR) nach folgender Formel berechnet:

  • CBF = (MAP – ICP) / CVR

Die Differenz zwischen dem mittleren arteriellen Blutdruck und dem intrakraniellen Druck bezeichnet man auch als zerebraler Perfusionsdruck, abgekürzt CPP.

  • CPP = MAP – ICP

Der zerebrale Gefäßwiderstand wird autoregulatorisch an den mittleren arteriellen Druck angepasst, um die Gehirndurchblutung stets konstant halten zu können.

2 Messung

Der zerebrale Blutfluss kann mit Hilfe verschiedener Messmethoden aus dem Bereich der bildgebenden Verfahren in vivo bestimmt werden. Dazu zählen unter anderem PET, SPECT, Xenon-CT und MRT.

Diese Techniken richten sich jedoch weniger auf die Messung des gesamten zerebralen Blutflusses, als vielmehr auf den regionalen zerebralen Blutfluss (rCBF). Er ist aus klinischer Sicht wesentlich interessanter, da man durch ihn minderdurchblutete Bereiche des Gehirns identifizieren kann. Der rCBF wird in ml/100 g/min angegeben. Die gemessenen Werte sind methodenabhängig und in den verschiedenen Gewebepartien des Gehirns sehr unterschiedlich. In der grauen Substanz beträgt der rCBF etwa 45-55 ml pro 100 g Hirngewebe pro Minute und liegt damit etwa doppelt so hoch wie in der weißen Substanz.

3 Pathophysiologie

Schon ein kurzfristiger Abfall bzw. eine Unterbrechung des zerebralen Blutflusses führt zu einer Ohnmacht (Synkope). Besteht die Verminderung des zerebralen Blutflusses für einen längeren Zeitraum, ist eine irreversible, hypoxämische Schädigung des empfindlichen Nervengewebes die Folge.

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