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Zellulose: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Zellulose''' ist ein unverzweigtes [[Polysaccharid]], das in den Zellwänden der Pflanzen zu finden ist und dort als Gerüstbaustoff dient. Zellulose besteht aus 1,4-[[glycosidisch]] gebundenen β-D-[[Glucose]]-Einheiten.  
  
 
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* Elementarfibrillen entstehen durch die Anlagerung von 50 Makromolekülen
 
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* Makrofibrillen entstehen durch die Anlagerung von 20 Elementarfibrillen.
 
* Makrofibrillen entstehen durch die Anlagerung von 20 Elementarfibrillen.
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Zellulose besteht aus <small>D</small>-[[Glucopyranosid]]-Bausteinen, die ''&beta;''(1→4)-[[glykosidisch]] miteinander verknüpft sind. Das sich nach beiden Seiten verlängernde [[Disaccharid]] [[Cellobiose]] spiegelt den ersten Schritt des Aufbaus wider, sodass die lineare unverzweigte Polysaccharidkette einige tausend [[Glucose]]-Moleküle enthält.
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Da sich die benachbarten Ketten über [[Wasserstoffbrückenbindung]]en der seitlichen [[Hydroxygruppe|OH-Gruppe]] aneinander lagern, bilden sich zum Teil mikrokristalline Bereiche. Das ist der Grund, weshalb Zellulose ein unlösliches, festes und großteils faseriges Material ist.<ref name="Zeeck">"Chemie für Mediziner" - A. Zeeck et. al., Urban & Fischer-Verlag, 7. Auflage</ref>
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[[Mensch]]en sind nicht dazu in der Lage, Zellulose zu [[Verdauung|verdauen]], da die dafür zuständigen [[Enzym]]e ([[Zellulase]]n, ''&beta;''-Glucosidasen) zur Spaltung der ''&beta;''-Glucosid-Bindungen fehlen. Wiederkäuer (z.B. [[Kuh|Kühe]], [[Schaf]]e) sind hingehen dazu befähigt, Zellulose zu verwerten. Dies liegt daran, dass [[Symbiose|symbiotische]] [[Bakterien]] im [[Verdauungstrakt]] den Abbau für sie übernehmen.<ref name ="Zeeck"></ref>
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==Vorkommen==
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Baumwolle besteht nahezu aus reiner Zellulose; Holz hingegen enthält etwa zur Hälfte Zellulose.<ref name ="Zeeck"></ref>
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==Quellen==
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[[Fachgebiet:Biologie]]
 
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[[Tag:Makromolekül]]
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[[Tag:Pflanze]]

Aktuelle Version vom 22. Mai 2020, 16:23 Uhr

Synonym: Cellulose
Englisch: cellulose

1 Definition

Zellulose ist ein unverzweigtes Polysaccharid, das in den Zellwänden der Pflanzen zu finden ist und dort als Gerüstbaustoff dient. Zellulose besteht aus 1,4-glycosidisch gebundenen β-D-Glucose-Einheiten.

2 Biochemie

Bei der Zellulose handelt es sich um ein linear angeordnetes Makromolekül, das aus mindestens 10.000 Monomeren besteht. Aus den Makromolekülen werden über H-Brücken Fasern gebildet:

  • Elementarfibrillen entstehen durch die Anlagerung von 50 Makromolekülen
  • Makrofibrillen entstehen durch die Anlagerung von 20 Elementarfibrillen.

Zellulose besteht aus D-Glucopyranosid-Bausteinen, die β(1→4)-glykosidisch miteinander verknüpft sind. Das sich nach beiden Seiten verlängernde Disaccharid Cellobiose spiegelt den ersten Schritt des Aufbaus wider, sodass die lineare unverzweigte Polysaccharidkette einige tausend Glucose-Moleküle enthält.

Da sich die benachbarten Ketten über Wasserstoffbrückenbindungen der seitlichen OH-Gruppe aneinander lagern, bilden sich zum Teil mikrokristalline Bereiche. Das ist der Grund, weshalb Zellulose ein unlösliches, festes und großteils faseriges Material ist.[1]

3 Biochemie

Menschen sind nicht dazu in der Lage, Zellulose zu verdauen, da die dafür zuständigen Enzyme (Zellulasen, β-Glucosidasen) zur Spaltung der β-Glucosid-Bindungen fehlen. Wiederkäuer (z.B. Kühe, Schafe) sind hingehen dazu befähigt, Zellulose zu verwerten. Dies liegt daran, dass symbiotische Bakterien im Verdauungstrakt den Abbau für sie übernehmen.[1]

4 Vorkommen

Baumwolle besteht nahezu aus reiner Zellulose; Holz hingegen enthält etwa zur Hälfte Zellulose.[1]

5 Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 "Chemie für Mediziner" - A. Zeeck et. al., Urban & Fischer-Verlag, 7. Auflage

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2020 um 16:23 Uhr bearbeitet.

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