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Zehe (Veterinärmedizin)

Version vom 9. April 2019, 18:07 Uhr von Patrick Messner (Diskussion | Beiträge)

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Synonyme: Digitus manus/pedis, Zeh (abgekürzt)

1 Definition

Als Zehen bezeichnet man in der Veterinärmedizin die Endglieder der Vorder- sowie Hinterextremität. Sie stellen das Pendant zu den menschlichen Fingern bzw. Zehen dar.

2 Nomenklatur

Da bei Haussäugetieren sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterextremität von Zehen gesprochen wird (Vorderhandzehe bzw. Hinterhandzehe), werden die distalen Glieder gleichermaßen bezeichnet. In der Fachnomenklatur werden die einzelnen Zehen durch den Zusatz "manus" bzw. "pedis" der jeweiligen Extremität zugeordnet.

3 Anatomie

3.1 Zehenglieder

Je nach Tierart, Gliedmaße und Zehe sind unterschiedlich viele Zehenglieder ausgebildet. Grundsätzlich besteht jede Zehe aus drei Zehengliedern,

3.2 Anzahl

In der systematischen Veterinäranatomie unterscheidet man zwischen folgenden Zehen:

Vorderextremität Hinterextremität
Digitus manus I Digitus pedis I
Digitus manus II Digitus pedis II
Digitus manus III Digitus pedis III
Digitus manus IV Digitus pedis IV
Digitus manus V Digitus pedis V

3.3 Tierartliche Unterschiede

Je nach Tierart und Gliedmaße sind unterschiedlich viele Zehen ausgebildet. Gleichzeitig sind nicht alle ausgebildeten Zehen in ihrer ursprünglichen Form vorhanden, sodass einige stark zurückgebildet oder gar nur noch rudimentär vorhanden sind. Einzelne Zehen können auch ganz fehlen.

Tierart Zehenglieder gesamt Zehenglieder tragend Rudimentär
Fleischfresser 5 II bis IV I
Schwein 4 II bis III
Wiederkäuer 3 III bis IV V
Pferd 4 III II und IV

3.4 Muskeln

Die Zehen können durch zahlreiche größere und kleinere Skelettmuskeln in unterschiedlichen Richtungen aktiv bewegt werden. An der Vordergliedmaße sind vorwiegend zwei Muskelgruppen dafür zuständig:

An der Hinterextremität sorgen ebenso zwei Muskelgruppen für die Bewegung der Zehen:

4 Klinik

Bei einigen Hunderassen ist die erste Zehe an der Hinterextremität (Digitus pedis I) rudimentär ausgebildet. Diese als Afterkralle (Afterzehe) bezeichnete Zehe kann so stark zurückgebildet sein, dass lediglich die distale Phalanx die Zehe bildet und ein knöcherner Kontakt zum Metatarsus fehlt. Aufgrund dieser lockeren Verbindung kann die Afterkralle bei verschiedenen Aktivitäten (z.B. Hundesport) verletzt werden, sodass eine Amputation notwendig ist. Ein Entfernen der Afterkralle ohne medizinische Indikation ist laut Tierschutzgesetz verboten.

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Parey, 2004.

6 Quelle

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